Autor Thema: ruta de la lana  (Gelesen 2947 mal)

annabischoff

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ruta de la lana
« am: Februar 08, 2016, 14:22:28 Nachmittag »
ciao zäme, ist Jemand auf der Ruta de la Lana gepilgert? Gibt es eine Wegbeschreibung und einen Herbergsführer? Danke für alle Infos. anna

the-bard

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Re: ruta de la lana
« Antwort #1 am: Februar 08, 2016, 21:10:54 Nachmittag »
aye anna,

schau bei mundicamino.com
und godesalco.com

ich glaub, da wirs was finden.

licht auf dem weg,
ralph
bist du in eile,
gehe langsam.
hast du es noch eiliger,
gehe umwege

Gertrudis

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Re: ruta de la lana
« Antwort #2 am: Februar 08, 2016, 23:21:33 Nachmittag »
Hola Anna,

http://www.dealbaceteasantiago.es/IndiceCaminos-11.html

Die Ruta de la Lana ist ein Weg, von dem ich auch seit längerer Zeit träume :-)  Die Bilder, die ich gesehen habe, sind einfach zu verlockend!

Wann willst Du denn da gehen? Ich hab echt gerade die letzten Tage überlegt, jetzt an Ostern hinzufahren und sie mal ca. 1 Woche lang "anzupilgern" - in Cuenca die Semana Santa zu erleben und das Festival für religiöse Musik...
Und wenn ich nicht ein so schlechtes Gewissen dabei hätte, meine 14-Jährige einfach über Ostern allein zu lassen, würd ichs tatsächlich machen.
Aber jetzt warte ich doch noch, bis ich mal mehr Zeit dafür hab.

Falls jemand mehr Infos hat oder da schon gepilgert ist - das interessiert mich auch!

Liebe Grüße
Gertrudis

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Mario d'Abruzzo

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Re: ruta de la lana
« Antwort #3 am: Februar 08, 2016, 23:32:26 Nachmittag »
http://www.dealbaceteasantiago.es/IndiceCaminos-11.html

Interessante Website. Kleiner Auszug aus einer Beschreibung des CAMINO DE SANTIAGO DEL SURESTE (Alicante-Santiago):

"• 18,700 m. Achtung, einem gelben Pfeil in ein Zeichen der exklusive Jagd, aus dem hervorgeht, auf der rechten Seite, um nicht zu gehen, ist es ein wenig nach links. und dann auf der rechten Seite. startet der Download einer Schlucht, ist mit einer gelben Pfeile, gefolgt von einer Bank von Olivenbäumen, unter dem ribazo von rechts, bis er beginnt zu Rückgang Schlucht, die Vorsorge."

Der 'Download einer Schlucht'. Ich glaub' das will ich auch mal sehen...

Pace e Bene

Fred M@rio

Ulrich Altenhofen

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Re: ruta de la lana
« Antwort #4 am: Februar 09, 2016, 08:37:01 Vormittag »
Es scheint tatsächlich so, dass kaum ein Forumsleser diesen Weg gegangen ist, denn auch meine Anfrage zu diesem Camino blieb unbeantwortet. Ralph hat schon den Hinweis auf www.mundicamino.com gegeben. Nach den Erfahrungen auf anderen Pilgerwegen in Spanien mit Beschreibungen von dieser Website habe ich keine Bedenken, dass sie nicht ausreichend wäre. Es gibt auch eine Reihe von Herbergslisten im Internet, die man auf Aktualität prüfen müsste. Der Camino del Sureste stimmt nur auf den ersten Etappen mit der Ruta de la Lana überein. Nach meinen Erfahrungen auf dem Camino del Sureste und den Gesprächen mit den Einwohnern auf den ersten Etappen würde ich davon abraten, den Weg im Sommer zu gehen. Das zeitige Frühjahr ist günstig. Da ich den Weg ab Alicante schon kenne, plane ich, von Valencia auf dem Camino del Levante bis Almansa zu gehen und dann auf die Ruta de la Lana zu wechseln.
Buen camino
Ulrich
« Letzte Änderung: Februar 09, 2016, 12:21:11 Nachmittag von Ulrich Altenhofen »

annabischoff

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Re: ruta de la lana
« Antwort #5 am: Februar 10, 2016, 09:19:30 Vormittag »
ciao zäme, herzlichen dank für eure antworten.

Pilger Franz

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Re: ruta de la lana
« Antwort #6 am: Januar 10, 2018, 20:15:58 Nachmittag »
Zitat
jetzt an Ostern hinzufahren und sie mal ca. 1 Woche lang "anzupilgern" - in Cuenca die Semana Santa zu erleben
Semana Santa ist die Karwoche (in diesem Jahr vom 26.-31. März, dann kommt der Ostersonntag) - empfiehlt es sich, gerade zu der Zeit hinzufahren? Wie sieht es mit Herbergen ab Alicante aus, sind sie ab Ostern schon geöffnet und für Pilger verfügbar?

Wer weiß dazu was?

BC
Franz
2010-11 VP Le Puy–Roncesvalles 2012 Freiburg-Le Puy 2013 CdN Irun-Ferrol-Santiago 2014 VT/CF Arles-Somport-Burgos 2015-16 VF Canterbury–Aosta–Rom 2017 VL Vézelay-Nevers-Orthez, Voie des Capitales (Bretagne)

Eisenhans

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Re: ruta de la lana
« Antwort #7 am: Januar 10, 2018, 22:00:41 Nachmittag »
Ich war im Herbst (September) auf der Ruta de la Lana unterwegs. Die Herbergen dürften nicht das Problem sein, eher schon, dass unter Umständen Bars und Geschäfte in der Semana santa zu sind (nicht in Alicante sondern in der Pampa).

Im Herbst war Fiestazeit und in der Folge waren manchmal selbst die Supermärkte geschlossen. In einem kleinen Ort, in dem alles zu war wurde mir dann auf Nachfrage gesagt, dass sie am letzten Wochenende ihre Fiesta hatten und in der Woche danach sei halt immer alles geschlossen und dass schloss auch beide Bars, die Pension und selbst die Unterkunft im Centro Sociocultural ein.

❀Sabine❀

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Re: ruta de la lana
« Antwort #8 am: Januar 10, 2018, 22:12:57 Nachmittag »
Hey Franz,

die Herbergen haben geöffnet ab Alicante, wenn es welche gibt.
Ansonsten Hotels, Pensionen, Polideportivo, Casa de la Cultura.
Ich bin Ende März in Alicante los und alles war easy.
Semana Santa auf der Ruta de la Lana empfand ich als sehr, sehr schön.
Nicht zu vergleichen mit dem touristischen Rummels andernorts.
Sehr familiär. Und so ruhig und respektvoll.
Die Menschen sehr ernst in ihrem Glauben. Und ebenso leicht und unbeschwert.
Eine besondere Energie.

In Gárgoles de Abajo in Guadalajara zum Beispiel hörte  ich Geschnatter  und Lachen in der Iglesia.
Nuestra Señora Inmaculada Concepción.
Die Frauen des Ortes putzten die Kirche und schmückten sie mit Blumen.
Ich packte mit an, als ehemalige Floristin und Dekorateurin, und durfte sogar der Statue den neuen Umhang umlegen
und die Kordel binden.
Ich wurde eingeladen zu einem Familienessen.
Unmöglich, abzulehnen. :)
Vier wundervolle Stunden mit vier Generationen.
Ohrenbetäubend. Lecker.
Und der ein oder andere nickte ein.
Und ein paar Familienmitglieder begleiteten mich später auf meinem Camino bis Gárgoles de Arriba. Immerhin eineinhalb Kilometer weit ;)
Wir haben immer noch herzlichen, echten Kontakt.

Ich liebe die Ruta de la Lana.
Tatsächlich ist das für mich der beeindruckendste Weg.
Nicht wegen der Landschaften.
Wegen der Menschen.

Ich habe dich nicht vergessen, Franz,
wegen der Etappen ab Alicante.
Mein alter Credencial ist jetzt sogar hier in meinem Rucksack.
Wenn ich wieder guten Empfang habe, wie heute und mehr Zeit, schreibe ich es für dich auf.
Momentan bin ich in den Pyrenäen unterwegs.
Strahlend weiße Berge und der Himmel indigoblau.
Es gibt grade keinen schöneren Platz für mich auf diesem wundervollen Planeten.

Glückliche Grüße 🌸
Sabine
 
edit: Was Eisenhans schreibt, kann Ich bestätigen.
Ich stand oft vor verschlossenen Bars oder  Tiendas.
Einfach immer etwas Proviant im Rucksack haben. Kein Ding. ;)
« Letzte Änderung: Januar 10, 2018, 22:20:37 Nachmittag von ❀Sabine❀ »

pilger0815

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Re: ruta de la lana
« Antwort #9 am: Januar 11, 2018, 13:20:29 Nachmittag »
Auf den Nebenstrecken muss man sich wegen der Öffnung der Herbergen eigentlich weniger Gedanken machen, als auf den Hauptrouten.
Die Herbergen sind dort nur sehr selten in privater Hand. d.h. in der Regel ohne Gewinnabsicht und werden auf Nachfrage aufgesperrt. Die Hospitaleros haben ein Leben neben dem Hospitalerodasein und sollten vorgewarnt werden, damit sie nicht genau dann zur Nachtschicht oder einer Hochzeit unterwegs sind, wenn man dort auftaucht.

Insbesondere wenn man den Dorfvorsteher, Bürgermeister oder Pfarrer erreicht, werden gelegentlich noch Möglichkeiten geschaffen, die es laut Reiseführer / Herbergslisten nicht gibt.
Mit aktiven Sinnen und offenem Herzen klappt es am Besten (siehe Sabine).

Pilger Franz

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Re: ruta de la lana
« Antwort #10 am: Januar 11, 2018, 15:31:01 Nachmittag »
Hola Sabine,
danke für's Drandenken. Es ist noch genügend Zeit, die Gedanken spazieren halt gerne weit voraus. Macht ja auch Spaß.

Hola Pilger0815,
danke für diese Bestätigung. Vorab sich ankündigen halte ich auch für erwünscht und notwendig. Die Semana Santa sei was ganz Besonderes, habe ich gelesen, und ich möchte gerne ein wenig vorsorgen.

BC
Franz
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Eisenhans

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Re: ruta de la lana
« Antwort #11 am: Januar 11, 2018, 16:13:23 Nachmittag »
Die Menschen entlang der Ruta de la Lana sind gegenüber Pilgern wirklich aufgeschlossen und ausgesprochen freundlich, meine Erlebnisse decken sich da mit Sabines Erfahrungen.

Man läuft durch viele dünn besiedelte Gebiete (ein Einheimischer meinte, die Bevölkerungsdichte sei zum Teil geringer als in der Sahara ;-) ) und es sind nur wenige Pilger auf dem Weg, das macht es viel persönlicher.

Ein Highlight war z. B. Pepe, der Hospitalero der Albergue in Villaconejos, der abends in seine Winzerhütte (Cave) zu einem Grillabend eingeladen hatte. Wir (2 Fußpilger + 1 Radpilger) saßen mit ihm und einem weiteren Dorfbewohner die halbe Nacht bei lecker Wein, Likör, Käse, Tomaten und Grillgut. Und am nächsten Tag überraschte uns dann Pepe mit einem wunderbaren Picknick auf dem Camino.
« Letzte Änderung: Januar 11, 2018, 16:15:25 Nachmittag von Eisenhans »

Gertrudis

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Re: ruta de la lana
« Antwort #12 am: Januar 11, 2018, 17:28:09 Nachmittag »
Kann ich auch alles bestätigen, ich war ja dieses Jahr auch dort, im Juni.

Die Leute sind wirklich lieb, so man denn welche antrifft. (Wobei ich überall auf einsamen Caminos in Spanien die Erfahrung gemacht habe, dass die Menschen sehr aufgeschlossen sind).
Die Gastfreundschaft (und anscheinend nie versiegende Feierlaune) von Pepe und den Amigos de Santiago de Cuenca ist natürlich der Hammer!

Auch bei mir waren Bars oder Läden wegen Fiesta geschlossen. Wer von Lichtnahrung leben könnte, wäre auf der Ruta de la Lana im Vorteil ;-)
Im Frühling gibts ja auch noch kein Obst und Gemüse in den Gärten.
Also muss man teils von Dosenfutter aus dem Rucksack leben.

Gertrudis

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❀Sabine❀

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Re: ruta de la lana
« Antwort #13 am: Januar 16, 2018, 15:52:21 Nachmittag »
So, Franz,
mit meinem Credencial kann ich mich (erstaunlich) gut erinnern. :)
Nicht bei jedem Stempel war sofort zu sehen, wo genau ich übernachtete (zum Beispiel Stempel eines Ayuntamiento oder einer Bar, weil es in der Herberge keine Stempel gab) aber ich erinnere so viele liebe Gesichter und fast jeden Namen. Obwohl ich kein Tagebuch führe.
So viele herzliche und liebevolle Begegnungen sind lebendig in mir.
Echt schön.
Meine Wege in Süd - Südost- und Mitteleuropa gehe ich ohne Vorbereitungen und ohne besondere Informationen.
Deshalb kann es sein, dass meine Etappen von den üblichen Etappen abweichen.
Ich hoffe, dass meine Angaben dir trotzdem hilfreich sind.
An die Übernachtungspreise erinnere ich mich nicht exakt. Bis auf Sax.
Aber es waren meist so zwischen 20,- € bis 35,- €.
Drei Mal vielleicht um die 50,-€ bis 60,-€ Euro insgesamt auf dem Weg bis Burgos,
wenn ich in einem Hostal, einem Casa rural oder Hotel übernachtete.

Alicante
Pension San Nicolás


Idealer Start. Denn Caroline ist eine bezaubernde Gastgeberin und die Straße runter, rechts an der Ecke, fand ich schon den ersten gelben Pfeil.

Es geht los. :)

Novelda
Refugio Camino de Santiago


Eine Wohnung für mich alleine mit zwei Bädern und mehreren Schlafzimmern.
Der Hospitalero Pacco Serra war in Urlaub, aber ich bekam den Schlüssel von einem seiner Freunde.
Er lehnte es strikt ab, Geld anzunehmen.
Ich wollte aber auch kein Bargeld einfach so am nächsten Tag in der Wohnung liegen lassen.
Also kaufte ich viel Schokolade und Nüsse für die Freiwilligen Helfer und putzte mein Bad und  mein Zimmer, so dass alles blitzte und blinkte.
Paolo erzählte mir, ich sei der neunte(!) Pilger in jenem Jahr,
der im Refugio schläft.
Ganz schön viele Pilger für einen "einsamen" Weg, finde ich.
Denn es war ja erst Ende März.

Sax
Hotel Fuente el Cura


Dieses Hotel bietet für uns Pilger einen speziellen Preis, weil der Besitzer selbst auch ein Pilger ist.
20,-€ pro Nacht.
Herzliche Atmosphäre und leckeres Frühstück.

Caudete
Albergue de Peregrinos
Santa Ana


Eine wunderbare Herberge oben auf dem Hügel. Miquel, der Hospitalero gibt Tipps.
Hier hat mir eine entzückende ältere Dame, mit der ich sprach, später in ihrem Salon einen Pony geschnitten, weil sie Lust drauf hatte. Ich auch.
Alles total schräg. Im wahrsten Sinne des Wortes. :)

Almansa
Esclaves de Maria


Herzliche und liebe Nonnen.
Der Eingang liegt etwas "versteckt" in einer Gasse hinter der Hauptstraße.
Die Nonnen sagten mir, ich müsse um 22 Uhr "zu Hause" sein.
Okay. Kenne ich ja als Pilgerin. Kein Ding.
Nur lag ich dann wach im Bett (Einzelzimmer mit eigenem Bad) denn oben bei den Nonnen steppte der Bär. :)
Ich schlief zwar kaum, dafür amüsierte ich mich königlich.
Und mein Pony wurde hier auch wieder hübsch geschnitten. :)
             
Alpera
Hostal El Cazador


El Cazador heißt in dieser Gegend jede zweite Bar und jedes zweite Hostal.
Und ich sah auf keinen meiner Caminos so viele Hasen und Rehe!
Täglich Begegnungen mit den scheuen Tieren und oft blieb ich wie sie auch einfach stehen und wir schauten uns an für einen scheinbar end- und schwerelosen Augenblick im Morgennebel, bevor die Tiere wieder in langen Sprüngen zwischen den Bäumen verschwanden und auch ich völlig verzaubert meinen Weg wieder aufnahm.
Still, glücklich und mit gespitzen Ohren.

Hier gab man mir eine schönes, großes Doppelzimmer mit Balkon und unten gab es ein sehr gut besuchtes Restaurant.
Jeder Tisch besetzt.
Vielleicht auch, weil alle anderen Restaurants und Bars im Ort geschlossen waren.
Herzliche, warme Menschen.

Alcalá del Júcar
Casa de Cultura


In Alatoz ist angeblich eine Albergue. Das war aber nicht der Fall. Oder nicht mehr.
Du könntest dort aber privat übernachten.
Wenn du den Ort erreichst,
rechts in der ersten Bar erfährst du mehr.
Als ich im Ort ankam war grade Markt und ich wurde reich beschenkt mit herrlich saftigen Orangen,  knackigen Äpfeln und frischem Wasser.
Und von anderen Gästen der Bar und vom Wirt zu Cafés und Bocadillo eingeladen.
Zahlen durfte ich nicht.

Alcalá del Júcar ist ein sehr besonderer Ort.
Ich erreichte ihn an einem Wochenende mit gefühlt 10 mal mehr Touristen als dort Einwohner leben können.
Ich durfte im Casa de Cultura schlafen und war echt froh und dankbar über den Luxus, der mich dort erwartete.
Heizung!
Ich schlief auf meiner Thermarest in einem bunt geschmückten Raum für Vorschulkinder.
Warm und wohlig eingekuschelt.
In Alatoz bekam ich vom Wirt die Telefonnummer eines Herren, der den Schlüssel für das Gebäude hat und den ich anrief beim Abstieg in den Ort.
Er erklärte mir den Weg zum Casa, übergab mir dort die Schlüssel und ich war sehr dankbar dafür, denn es war ja immerhin sein Wochendende.
Aber nicht nur das. Sobald er hörte, dass eine Pilgerin unterwegs sei, heizte er "meinen" Raum vor.
Und es gab sogar eine Dusche. Warmes Wasser!
Wow! Mann, war ich berührt.
Auch hier wurde mein Geld abgelehnt und ich besorgte an einem Kiosk etwas Kleines für die Vorschulklasse und malte ihnen ein Bild an die Tafel.
Mit Concha, Pfeil und einer Peregrina. :)
Einen Stempel bekommt du oben am Castillo.
Durch die steilen Gassen zu schlendern war herrlich!

Casas Ibañez
Hostal San Jorge


Als ich dort ankam, durfte ich nichts mehr tun außer Kaffee und Orangensaft trinken,
meinen verletzten Fuß hochlegen, duschen und später gab es köstliche Huevos fritos mit knusprigen Pommes und Fußball.
Meine Wäsche wusch und trocknete Isabel und sie versorgte mich mit Kompressen.
Spät Abends zeigte sie mir den Weg aus der Stadt, damit ich es am nächsten Tag einfacher habe.
Ein schöner Abendspaziergang.

Villamalea
Casa rural Rio Cabriel


Auch hier eine komplette Wohnung mit zwei Schlafzimmern, zwei Bädern, Wohnzimmer, Küche und riesige Terrasse.
Unten ein schöner Patio.
Hier hast du auch Familienanschluss, wenn du das möchtest und mit wurden stolz die Werkstatt und die Ausstellung im Haus präsentiert. Ich komme ursprünglich aus einem kreativen Handwerksberuf und so konnten wir fachsimpeln.
Er ist auch sehr engagiert, was Umweltschutz, Baumbestand und Wasser angeht.
Einfach herrlich ist es dort.

Graja de Iniesta
Hostal Pepe


So ca. 7,5 km vor diesem Ort (es können auch 5 km oder 10 km sein. Más o menos eben. ;) )gibt es auch eine private Albergue, die eine Pilgerin betreibt.
Ich traf sie auf der Straße und wir plauderten nett, doch es zog mich weiter und so landete ich an der Nationalstraße im Hostal Pepe.
Trucker Atmosphäre.
Viele Durchreisende.
Gegenüber ein rege besuchter Club und ich hatte ein Zimmer mit einem sonnigen Balkon und mit Blick auf die Trucks, die Mini-Tankstelle mit ihren goldigen, flauschigen und verspielten Hunde-Babys und beobachtete fasziniert einen Zauberer auf der Terrasse.
Interessanter Ort.
Es hatte was von "Out of Rosenheim".
Nur eben auf spanisch. :)

Campillo de Altobuey
Polideportivo


Den Schlüssel zur Sporthalle gab es im Casa de Cultura.
Beides etwas außerhalb des Ortskerns.
Zu essen fand ich hier nichts.
Aber es gibt drei kleine Läden und mehrere Bars und ein Restaurant.
War eben nur alles geschlossen.
Also Proviant gefuttert.
Und spät am Abend öffnete eine der Bars und ich konnte heißen ColaCao trinken und mir noch eine kleine Dose mit Cacahuetes ziehen. Perfekt! :)

Schlafen dürfen Pilger in den Duschräumen der Sporthalle.
Eiskalt und es riecht stark nach Chemie.
Ich blieb deshalb lange in der warmen Bar, spazierte zurück und um 23 Uhr war es immer noch laut oben. Zumba.
Unten die Halle war aber leer.
Ich holte also meinen Rucksack aus dem eisigen Duschraum und zog mir in der  Halle eine dicke Sportmatratze ins Tor und kuschelte mich dort in meinen Schlafsack.
So fühlte ich mich etwas beschützt, wie in einem Himmelbett, denn diese Wellblech Sporthallen machen nachts unheimliche Geräusche.

Monteagudo de las Salinas
Casa rural Rincon de Sandra.

Hier waren wir plötzlich zu dritt!
Zwei Pilger teilten sich mit mir das Haus.
Eine Señora öffnete extra für uns ihre Tienda unten im Dorf und so konnten wir einkaufen und gemeinsam kochen.
War lecker. :)
Eine Waschmaschine gibt es hier auch inklusive Waschmittel.
Luxus pur.

Fuentes
Pension Los Cazadores


Die Pension war laut, weil in der Bar der halbe Ort versammelt war und Fußball schaute.
Das Restaurant war geschlossen.
Ich bekam trotzdem Pommes und Salat schaute auch Fußball und war glücklich.

Cuenca
Casa de Peregrinos


Wenn du alleine in der Albergue bist und oben schläfst, hast du dein eigenes kleines Reich.
Gehe einfach die Treppe hoch und wirf mal einen Blick in das  Zimmerchen.
Sehr gemütlich und trocken.
Hier in Cuenca wollte ich meinen Pilgerkameraden Luis überrraschen, den ich vor Jahren auf der Via de la Plata kennenlernte.
Er ist Hospitalero in Cuenca und Präsident der Amigos.
Doch er war selbst grade wieder unterwegs, auf dem Camino Lebaniego.
Dieses Jahr treffen wir uns mal wieder.

Die Ruta de la Lana ist ein sehr besonderer Weg für mich und ich hoffe, dass dieser Weg noch lange so ursprünglich bleibt, wie ich ihn erleben durfte.
Ich habe dir jetzt mal meine Etappen bis Cuenca aufgeschrieben.
Ab Cuenca nach Burgos hast du bestimmt schon Informationen.
Wenn du möchtest, schreibe ich dir das aber auch gerne auf.

Buen Camino,
Sabine

edit: Korrektur Rechtschreibung

Ja, was Gertrudis schreibt, kann ich unterstreichen.
Auf allen einsamen Caminos ist der Kontakt sehr herzlich und besonders.
Trotzdem ist die Ruta de la Lana für mich noch besondererer :) als andere weniger begangene Wege.
Erklären kann ich das nicht. Oder doch?

Über Pepe schreibe ich bewusst nichts, weil er mich um Stillschweigen bat.
Nach dem Grund habe ich nicht gefragt, warum ich nichts sagen soll.
Ich habe es einfach angenommen und respektiert.
Deshalb habe ich auch Gertrudis nichts verraten, mit der ich in Kontakt stand.
Sie hat es dann ja erlebt und sicherlich genossen. :)
« Letzte Änderung: Januar 16, 2018, 18:21:19 Nachmittag von ❀Sabine❀ »

Pilger Franz

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Re: ruta de la lana
« Antwort #14 am: Januar 16, 2018, 19:59:38 Nachmittag »
Hola Sabine,

da hab ich ja richtig Glück mit deiner Beschreibung! Danke!!
Hab gestern die Bahnreise (!) von Freiburg nach Alicante vorreserviert. Es geht schon los...

Ich melde mich wieder, wenn ich Nach-Fragen habe, ok?

BC
Franz
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