Autor Thema: Via Dinarica • Fernwandern von Slowenien nach Albanien  (Gelesen 16193 mal)

Mario d'Abruzzo

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Re: Via Dinarica • Fernwandern von Slowenien nach Albanien
« Antwort #255 am: Mai 16, 2018, 20:44:30 Nachmittag »
Nachdem dieser thread fast sowas wie ein einfacher Blog wurde, kann ich Folgendes vielleicht auch noch hier unterbringen:

Baiano di Spoleto → Romita di Cesi → Terni
Eine Woche Retreat auf der Romita di Cesi bei Fra Bernardino

Ab Pfingstmontag bin ich eine Woche Hundehüter, dann geht's eine Woche nach Umbrien zu Fra Bernardino. Inspiriert durch den gerade herausgekommenen Franziskusweg-Führer vom Bergverlag Rother hab ich meine Internet-Seiten dazu fertig vorbereitet.

Ich fahre mit dem Zug bis Assisi bzw. Santa Maria degli Angeli, übernachte direkt beim Bahnhof und am nächsten Morgen fahre ich dann mit dem ersten Zug nach Baiano di Spoleto; von dort aus sind es dann nur noch 18,7 km zur Romita di Cesi. Nach einer knappen Woche geht es dann nachmittags runter nach Terni, wieder in ein Hotel in Bahnhofsnähe und am nächsten Morgen über Rom mit der Bahn nach Hause.

Vielleicht ist es ja für Einige hier im Forum einmal ganz interessant den täglichen Ablauf in dieser weltfernen und gleichzeitig weltoffenen Einsiedelei über mehrere Tage mit meinen Fotos verfolgen zu können. Und natürlich versuche ich jetzt mal, eine Art Tagebuch zu schreiben...

28.Mai bis 05.Juni 2018

Mario

« Letzte Änderung: Mai 16, 2018, 20:50:27 Nachmittag von Mario d'Abruzzo »
HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. Václav Hável
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Mario d'Abruzzo

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Re: Via Dinarica • Fernwandern von Slowenien nach Albanien
« Antwort #256 am: Mai 18, 2018, 11:33:47 Vormittag »
Was bedeutet überhaupt »Westbalkan«?

Zitat von gestern (Quelle): "Die Bewohner des Westbalkans müssen sich inzwischen vorkommen wie in der Warteschleife eines Callcenters, in der eine sanfte Stimme wieder und wieder beteuert, dass man sich nur noch ein bisschen gedulden müsse: Schon der nächste EU-Platz ist für Sie frei. So in etwa liest sich die Abschlusserklärung des EU-Westbalkangipfels, der am Donnerstagnachmittag in Bulgariens Hauptstadt Sofia zu Ende gegangen ist."

Wenn ich von meiner geplanten Trekking-Tour auf der Via Dinarica erzähle, kommt natürlich immer gleich die Frage 'Wo ist das denn???'. Weil kaum jemand schon mal von den Dinarischen Alpen gehört hat, ergänze ich dann 'auf dem Westbalkan, längs der Adria und gegenüber des Italienischen Stiefels'...

Eigentlich ist das ganz falsch; aber der Reihe nach...

Das Balkan-Gebirge liegt in Bulgarien, ragt nur ein bisschen noch nach Serbien hinein. Die Bezeichnung 'Balkan' (türk. „steile Gebirgskette“) geht vermutlich auf die Osmanische Herrschaft zurück, genauer vielleicht sogar auf die ursprüngliche Abstammung von Osmanen und Türken von den sogenannten Oghusen aus Zentralasien (Z.B. heißt eine Gebirgskette in Turkmenistan Großer Balkan („Uly Balkan“)). Das europäische Balkan-Gebirge ist im Norden dann eher mit den rumänischen Karpaten verbunden, aber nicht mit den Dinarischen Alpen.

Von diesem inner-bulgarischen Gebirge leitet sich aber der Name 'Balkanhalbinsel', verkürzt 'Balkan', ab.

Gerade eben gab es in Sofia also den besagten Westbalkangipfel (s.o.).

Nun gilt: "Westbalkan ist ein politischer Sammelbegriff für Albanien und die Nachfolgestaaten Jugoslawiens unter Ausschluss jener Staaten, die der Europäischen Union beigetreten sind. Daher werden seit 2004 Slowenien und seit 2013 Kroatien nicht mehr zum „Westbalkan“ gezählt." Quelle Wikipedia •  Aus verschiedenen Gründen wäre aber die Bezeichnung „Südosteuropa“ geschickter, weil 'Balkan' doch eher negativ konnotiert ist.

Meine Trekkingtour findet also in Südosteuropa statt. Sie beginnt in den EU-Staaten Slowenien und Kroatien. Weiterhin führt mein Trail dann durch die EU-Partner Bosnien und Herzegowina, sowie Montenegro. Albanien werde ich nur mit dem Bus zum Hafen von Durrës durchqueren.

UFF... Das ist jetzt lediglich eine private Stoffsammlung. Irgendwann werde ich diese Begriffserklärung mal eleganter formulieren.

Mario
« Letzte Änderung: Mai 18, 2018, 17:38:52 Nachmittag von Mario d'Abruzzo »
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Re: Via Dinarica • Fernwandern von Slowenien nach Albanien
« Antwort #257 am: Mai 19, 2018, 18:57:06 Nachmittag »
Heute in der taz:

"Die neue Lust am Wandern
Ein potentes Antidepressivum


Mit dem Wandern gewinnen wir Fähig­keiten zurück, die mit der Beschleunigung des Alltags verloren gehen. Ein Plädoyer für Bewegungsfreiheit."

Zitat (Quelle): "Die Wortfügung „Wanderlust“ ist eine Erfindung der deutschen Romantik. Um 1900 wanderte sie als Lehnwort in die englische Sprache ein. Dort meint es noch heute vor allem: Lust am freien Schweifen, an selbstbestimmter Orientierung – Freiheitsdrang, Autonomie."

Manchmal kommt es mir schon unheimlich vor, wenn ich durch Zufall auf einen Artikel stoße, der meine aktuellen und scheinbar ganz privaten Einstellungen und Gefühle aufgreift und in einen größeren Zusammenhang stellt. So wie bei meiner aktuellen Wanderung durch die Vogesen und die Gedanken dabei an den Ersten Weltkrieg und meine Großeltern...

Zitat (Quelle): "Zum anderen wird beim Wandern in der gewachsenen Kulturlandschaft die Geschichte zu einem Resonanzraum. Nicht zuletzt indem die Beziehungen der eigenen Biografie zu der sie tragenden „Kollektivgeschichte“ spürbar werden und ins Vibrieren kommen."

Mario
« Letzte Änderung: Mai 19, 2018, 21:25:16 Nachmittag von Mario d'Abruzzo »
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Re: Via Dinarica • Fernwandern von Slowenien nach Albanien
« Antwort #258 am: Mai 19, 2018, 20:54:43 Nachmittag »
Pasta e Pace unter der Zeder+

Ein kleiner Bericht über einen von La Verna nach Rom zurückgelegten Franziskusweg in 28 Etappen:

http://www.franziskuspilgerweg.de/

Dabei Etappe 16 – Zur Romita di Cesi, Pasta e Pace unter der Zeder

"„Das Geheimnis besteht darin, allem,
was wir tun, ein wenig Liebe beizumengen“.
(Inschrift in einer der Meditationstafeln in der Romita).
" Zitat

"Ich treffe Menschen mit einer Botschaft. Wir feiern zusammen den Sonntag der Heiligen Klara. La Domenica di Santa Chiara.
Massimo, ein Mann aus dem Dorf, hilft Bernardino, das Kloster zu erhalten. Von ihm lernte ich das Wort „La Parsimonia“ die Mäßigung. Der Gedanke ist wichtig, sagt er, nicht die Regel. Die Pilgerin Alessandra trägt das Tattoo des Ikarus. Luigi, der für Bernardino arbeitet, und durch eine Krise zum Pilger wurde. Sabrina schenkt mir den Satz: „A thing of beauty is a joy for ever“. Judith, die Ärztin, schenkt mir den Satz:„Es gibt kein Scheitern, wir sind alle auf dem Weg“.

Ich lerne auch, ein Nein anzunehmen. Frate Bernardino will nicht, dass ich in der Küche mithelfe.
" Zitat

Mario

+ Im Innenhof der Romita steht eine riesige Zeder. Bildquelle: Medieval Histories • Romita di Cesi – Experience the true Franciscan Spirituality
« Letzte Änderung: Mai 19, 2018, 21:22:51 Nachmittag von Mario d'Abruzzo »
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