Autor Thema: Camino del Norte in knapp drei Wochen gehen  (Gelesen 575 mal)

Sascha1271

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Camino del Norte in knapp drei Wochen gehen
« am: Januar 13, 2018, 11:22:10 Vormittag »
Hallo erstmal,

Ich habe vor mit einer Freundin den Camino del Norte, im Mai 2018 zu gehen. Wir sind beide sehr belastbar aber unerfahren. Leider haben wir auch nur knapp 3 Wochen Zeit und uns ist klar, dass wir abkürzen müssen. Ich wäre für jeden Tipp dankbar 🙏.
Gerne würden wir gewisse Strecken mit dem Zug zurücklegen, natürlich am liebsten die, die nicht so reizvoll sind. Trotzdem soll es kein Spaziergang werden.
Vielen Dank im Voraus, bitte keine Alternativwege, der Entschluss für den Camino del Norte steht fest.

Lieben Gruß, Sascha

Raimund Joos

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Re: Camino del Norte in knapp drei Wochen gehen
« Antwort #1 am: Januar 13, 2018, 13:56:29 Nachmittag »
Hallo Sascha

Es gibt gerade auf dem Küstenweg nur sehr wenige Strecken, die wirklich nicht lohnend sind. So z.B. von Deva durch Gijon nach Aviles (gut 30 km). Im allgemeinen gibt man hier den Rat eher später anzufangen und dann durchzulaufen - sonst müßt ihr euch immer wieder von Pilgerfreunden verabschieden und bekommt einen kleinen Kulutruschock, wenn ihr in den Zug steigt.

BC

Raimund

angel2969

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Re: Camino del Norte in knapp drei Wochen gehen
« Antwort #2 am: Januar 13, 2018, 20:32:00 Nachmittag »
hallo herzlich willkommen,

wie raimund schon schrieb, gibt es wenige unschöne strecken, ich stelle mir gerade folgende fragen:
a) wollt ihr nur einmalig pilgern
b) ist die ankunft in santiago euch wichtig

die strecke auf die ich nicht verzichten würde und daher dieses jahr auch wieder pilgere ist von irun bis santander, dafür habe ich für mich 10-12 tage geplant. falls ihr santiago erreichen möchtet, würde ich bis santander laufen, schauen wieviel zeit ihr noch habt und dann mit bus oder der kleinen küstenbahn feve vorausfahren, bis dahin habt ihr eine ungefähre ahnung wieviel km ihr durchschnittlich schafft. und wenn euch der pilgervirus erwischt hat würde ich dann den zwischenteil später pilgern, wenn ihr santiago nicht erreichen möchtet, würde ich in irun starten und schauen wie weit ihr kommt. ich bin schon voller vorfreude.

bin mal gespannt wofür ihr euch entscheidet.

buen camino
angel

pilger0815

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Re: Camino del Norte in knapp drei Wochen gehen
« Antwort #3 am: Januar 13, 2018, 21:47:57 Nachmittag »
Es gibt den Jakobsweg "Camino del Norte" der mir nicht besonders gefallen hat, da ich mir diesen Weg quasi als unendlichen Strandspaziergang vorgestellt habe. Dem ist nicht so! Es ist sehr hügelig und der Jakobsweg nimmt sehr gern kleine Schlenker ins Inland (10km), weshalb das Meer an etlichen Tagen nicht oder nur in weiter Ferne zu erkennen ist.  Zudem sagte mir die Wegbeschaffenheit nicht zu. Wirkliche Waldwege oder wenigstens Schotterpisten sind arg selten, da zu fast jedem Gehöft ein asphaltierter Weg angelegt wurde.

Alternativ wird nach und nach der europäischen Wanderweg E9 markiert, der als Wanderweg deutlich näher an die Küste rutscht und zudem versucht Asfalt und Betonwege zu vermeiden.
Soweit ich weiß, sind sinnvolle Abstecher auf den E9 oder andere Wege im gelben Führer als "Kasperrouten" enthalten. Meiner hatte dies nicht, weshalb ich gefühlt einige dieser Alternativen verpasst und dafür die ein oder andere Dorftour ins Inland gemacht habe.

Im Mai/Juni sind relativ viele Sommerherbergen noch nicht offen, dafür sind die Orte auch noch nicht so sehr touristisch überlaufen.

Recht nett war der erste Abschnitt Irún - Bilbao. Selbst hinein in die Stadt war OK, aber die Etappe Bilbao-Pobena ist zum Ausgleich fürchterlich. Andere Großstädte wie Santander, Gijón, Avilés bemühen sich aber nach Kräften diesen 1. Platz auf der Gruselskala zurück zu bekommen und sind bei weiten "besser" als die wenigen unschönen km an der Einfallstraße vor Burgos (die man auch noch vermeiden könnte, wenn man will). Angenehm war San Sebastian, dass plötzlich vor einem liegt und einen Großteil der Stadtdurchquerung auf der Strandpromenade vorgibt. Einziger Nachteil, die Jugendherberge liegt am Ende der Stadt und so zieht es sich dann schon etwas.
Vor daher Start in Irún und erst mal gucken wie es läuft.

Zwischen den Großstädten an der Küste hat man mehrmals täglich Bus- und Bahnverkehr. Sie halten meistens auch in den mittelgroßen Orten am Camino. Mit Start Galicien verlässt man die Küste wirklich und sollte dort möglichst keinen Busverkehr mehr benötigen. Zwischen den Kleinstädten und Dörfern geht wie bei uns nicht viel.

Sascha1271

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Re: Camino del Norte in knapp drei Wochen gehen
« Antwort #4 am: Januar 14, 2018, 12:17:25 Nachmittag »
Erst einmal vielen Dank für eure Infos, das klappt ja prima hier.
Ob es beim einmaligen Pilgern bleibt, kann ich noch nicht sagen. Wir wollen raus aus der Comfortzone, was nicht heißt, auf saubere Unterkünfte zu verzichten. Der Pilgergedanke steht im Hintergrund aber wenn wir schon unterwegs sind, wollen wir auch die letzten 100 km zu Fuß zurücklegen.
Einen groben Plan wollen wir uns schon zurechtlegen, allerdings möchten wir evt auch mal verweilen wo es uns gefällt. Toll wären demnach Tipps für wirklich schöne Ecken, welche ihr ja zum Teil auch schon beschrieben habt.. wir würden in den nächsten Tagen gerne die Flüge buchen und wissen noch nicht mal wo wir starten sollen, wobei hier ja Irun favorisiert wird.

Vielen Dank, auch dafür, dass es hier nicht so belehrend ist 👌

Harinjo

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Re: Camino del Norte in knapp drei Wochen gehen
« Antwort #5 am: Januar 14, 2018, 15:49:24 Nachmittag »
Der Pilgergedanke steht im Hintergrund

Schade. Aber es ist schon manch Wanderer als Pilger heim gekehrt :-)
Camino Frances 2013, Leonhardsweg 2013, Camino Frances 2014, Camino Portugues 2015, Johannesweg 2015, Camino Frances 2017

copiness

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Re: Camino del Norte in knapp drei Wochen gehen
« Antwort #6 am: Januar 15, 2018, 20:15:49 Nachmittag »
Pilger0815 hat euch einen guten Vorschlag gemacht, dem ich zustimmen kann: ab Irun und dann schauen wie es läuft.
Start in Irun und bis Bilbao laufen, diese Strecke war für mich landschaftlich eine der schönsten, auch wenn es manchmal etwas ins Hinterland geht. San Sebastian von oben zu "entdecken" ist super, die E9 "Alternativen" waren für mich (2015, Rother- Führer) gut zu erkennen/zu finden und wunderschön.
Auch was Pilger0815 über die größeren Städte schreibt, stimmt (leider...) aber man kann echt gut mit Bussen die (Schwer-)Industriegebiete vor und hinter den Städten umfahren. Aus Bilbao raus empfehle ich die Metro bis Portugalete oder dann Bus bis ans Meer, weil der Fahrradweg ist auch nicht grad ein Highlight zum wandern- oder pilgern, wie auch immer.
Bei knapp drei Wochen auch an schönen Plätzen zu verweilen, na ja, das ist echt nicht so viel Zeit...
Irun- Bilbao auf jeden Fall zu empfehlen, dann schauen, was man unbedingt sehen will ,z.B. von Bilbao Bus bis Somo (zu Fuß- ein paar Tage- war das für mich nicht sooo toll, auch wenn schöne Abschnitte dabei waren) dann Fähre nach Santander, von da per Bus nach Santillana del Mar, das fand ich absolut sehenswert, wenn auch voll mit Touristen, hm, guckt halt mal, was ihr sehen wollt, die Busverbindungen sind echt ganz gut. Gijon bis Aviles würde ich nicht mehr gehen, das waren 2 Km schöne Strecke, dann Straße teils mit Industrie... raus aus Aviles ist auch nicht schön gewesen.
Wenn ihr dann Galizien erreicht, empfehle ich auch diese Strecke zu gehen, wenn zeitlich möglich, denn die Wege durch die Wälder empfand ich auch als sehr schön! Allerdings gibt es auch da dann Abschnitte, die auf oder an Straßen oder Sträßlein entlang gehen.
Tja, gar nicht so einfach, zu empfehlen, was man machen sollte und was man weglassen könnte, denn wie immer und überall gibt es Schönes und nicht so Schönes und dazu noch das Empfinden des Einzelnen...

Also: viel Spaß beim Grübeln und Planen....
Copiness

Sascha1271

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Re: Camino del Norte in knapp drei Wochen gehen
« Antwort #7 am: Januar 16, 2018, 11:01:51 Vormittag »
Vielen lieben Dank, as hat uns schon mal sehr weiter geholfen 😊