Autor Thema: Franziskusweg - als Frau alleine  (Gelesen 1553 mal)

vfranzen

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Franziskusweg - als Frau alleine
« am: Januar 13, 2018, 12:21:04 Nachmittag »
Liebes Forum,

wandern tue ich seit Jahren, die erste lange Tour (Rheinsteig, 320 km, 11000 Höhenmeter) habe ich letztes Jahr gemacht, dieses Jahr soll gepilgert werden.
Ich habe zwei Wochen Urlaub und dachte an den Franziskusweg von Florenz bis Assisi. Natürlich habe ich schon einige Beiträge hier im Forum gelesen aber mich interessiert, ob es Erfahrungen von Frauen gibt, die den Weg alleine gelaufen sind.
Ich freue mich auf eure Antworten!
Veronika

BonsaiJürgen

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #1 am: Januar 14, 2018, 01:32:53 Vormittag »
kriegst bestimmt antworten ic bin leider ein mann
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Michela777

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #2 am: Februar 24, 2018, 09:19:26 Vormittag »
Hallo Veronika,

das ist lustig - auch ich bin seit Jahren unterwegs auf dem Rheinsteig, an der Mosel etc. und möchte jetzt die Via Francigena laufen. Ich suche auch Frauen, die Erfahrungen auf diesem Weg haben.

Sprichst Du Italienisch?

ಆಂಡ್ರಿಯಾ

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #3 am: Februar 24, 2018, 10:25:56 Vormittag »
Hey Michela,

erst einmal: Herzlich willkommen im Forum!

Bitte werfe nicht den Franziskusweg in einen Topf mit der Via Francigena. Das sind zwei unterschiedliche Wege!

Ich bin beide alleine gegangen. Wenn du Infos brauchst, frag einfach. Oder - falls noch nicht geschehen - stöbere ein bisschen in den vergangenen Threads. Dort wirst du sehr viel Interessantes über beide Wege finden.

Viel Spaß bei deinen weiteren Planungen!

LG,
Andrea
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platinastar

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #4 am: Februar 24, 2018, 12:01:04 Nachmittag »
Servus, ich bin letztes Jahr von Florenz bis nach Rom gegangen im August! Ich würde dir empfehlen, bis Rom zu fahren und dann weiter bis La Verna, wo Franziskus seine Stigmata erhielt. Es sind dort 2 Herbergen, ich nahm die im Kloster, zwar teurer, aber sehr erhebend! Von dort aus geht frau dann 6 - 7 Tage nach Assisi, macht einen Abstecher nach Peruggia und hat dann noch Zeit für was auch immer. Die Strecke war gut besucht bis Assisi, aber danach war ich mutterseelenalleine. Als Frau alleine hatte ich nur angenehme Kontakte, d.h. die ich wollte. Es war sehr schön. Ich kann es nur emfehlen! Nur Mut!

ಆಂಡ್ರಿಯಾ

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #5 am: Februar 24, 2018, 12:37:14 Nachmittag »
Ich würde dir empfehlen, bis Rom zu fahren und dann weiter bis La Verna ...

Hm. Warum denn das?

Da komm ich jetzt nicht ganz mit :-)

LG,
Andrea
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Michela777

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #6 am: Februar 24, 2018, 19:49:37 Nachmittag »
Hey Michela,

erst einmal: Herzlich willkommen im Forum!

Bitte werfe nicht den Franziskusweg in einen Topf mit der Via Francigena. Das sind zwei unterschiedliche Wege!

Ich bin beide alleine gegangen. Wenn du Infos brauchst, frag einfach. Oder - falls noch nicht geschehen - stöbere ein bisschen in den vergangenen Threads. Dort wirst du sehr viel Interessantes über beide Wege finden.

Viel Spaß bei deinen weiteren Planungen!

LG,
Andrea

Michela777

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #7 am: Februar 24, 2018, 19:56:52 Nachmittag »
Hallo Andrea,

ja danke - Du hast natürlich Recht. Das ist mir schon mal passiert - ich laufe tatsächlich die Via Francigena ab Lausanne. Ich habe schon ein bisschen gestöbert hier.

lg Michela

ಆಂಡ್ರಿಯಾ

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #8 am: Februar 24, 2018, 20:18:52 Nachmittag »
Hallo Andrea,

ja danke - Du hast natürlich Recht. Das ist mir schon mal passiert - ich laufe tatsächlich die Via Francigena ab Lausanne. Ich habe schon ein bisschen gestöbert hier.

lg Michela

Ah, ab Lausanne, wie schön :-) Geh nicht zu früh los, warte lieber bis du trockenen Fußes über den Pass kommst.

Und besorg dir den neuen Outdoor, der müsste in den nächsten Tagen ausgeliefert werden. Ich freu mich auch schon drauf.

LG,
Andrea
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Mario d'Abruzzo

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #9 am: Februar 24, 2018, 20:39:21 Nachmittag »
Ich würde dir empfehlen, bis Rom zu fahren und dann weiter bis La Verna ...

Hm. Warum denn das?

Also in umgekehrter Richtung habe ich es schon selbst erlebt, dass es insgesamt schneller geht, zuerst mit dem Regionalexpress von Assisi bzw. Foligno (hier kommt die Strecke von Ancona dazu) nach Rom zu fahren und dann von Rom aus mit dem Superschnellzug nach Florenz und weiter nach Mailand.

Vielleicht meint platinastar so ne Verbindung...

Mario
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vfranzen

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #10 am: Februar 28, 2018, 12:04:34 Nachmittag »
Lieben Dank an alle für die Antworten!
Was mich schon mal freut ist, dass es Frauen gibt, die den Weg bereits alleine gegangen sind und gute Erfahrungen gemacht haben!
Ich überlege momentan noch hin und her, ob ich alle Unterkünfte vorher reserviere - ich kann mir vorstellen, dass im Mai schon ein Bisschen Betrieb sein wird auf dem Weg. Ich spreche zwar ein wenig Italienisch, traue mir aber nicht unbedingt zu, Abends dann noch durch den Ort zu laufen und mich auf Italienisch nach einer Unterkunft durchzufragen, sollte alles belegt sein... Gibt es hier Meinungen/Erfahrungswerte?

Raphael_peb

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #11 am: Februar 28, 2018, 13:53:14 Nachmittag »
Liebe Veronika,
ich war 2x auf Franziskuswegen allein unterwegs und habe in der Regel abends die Unterkunft für den nächsten Tag organisiert. Es ist mir in insgesamt 7 Wochen einmal passiert, dass ich eine Etappe etwas verkürzen musste, weil die für mich in der konkreten Situation ideale Unterkunft belegt war.

Für mich ist es sicher so, dass ich bei stärkerer Vorplanung öfter Etappen hätte, die in der jeweiligen Situation nicht ideal wären. Ich plane lieber spontan und kann so auf die aktuelle körperliche Verfassung, Begegnungen und Entdeckungen auf dem Weg reagieren. Das ist letztlich eine Frage des Typs, du wirst hier auch andere Meinungen hören. Letztlich bleibt sicher niemand auf der Straße, andererseits kann man auch Quartiere wieder absagen.

Vielleicht ist es eine gute Idee, 2-3 Quartiere vorzuplanen und dann vor Ort weiterzusehen? Falls du in La Verna starten möchtest, solltest du dich sowieso vorher anmelden. Für Dovadola gilt das erst recht.
Raphael   

greti

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #12 am: Februar 28, 2018, 21:45:43 Nachmittag »
Liebe Veronika,
hier findet Du meine Zusammenfassung von dem Weg letzten August mit Übernachtungen: http://pilgerforum.de/forum/index.php/topic,18762.msg212000.html#msg212000

Ich finde deine Frage spannend, weil mich das auch immer wieder beschäftigt. Ich bin schon öfters Wege in Spanien alleine gegangen und mittlerweile auch in Deutschland, habe mir aber zum Beginn immer was gesucht, wo ich wusste, dass Leute hinter mir oder vor mir waren und abends auch mehr Menschen anzutreffen sind in der Herbergen. Ich beneide alle diehier schreiben, die auch einsame Wege einfach alleine gehen, ohne viel Angst zu haben. Könnt ihr mal Tipps geben, wie auch das gelingt;-)? Ich habe irgendwie öfters so komische Urängste, dass etwas passiert, mich jemand überfällt, ich im Wald verscholle etc.Obwohl mir noch nie derartiges passiert ist und ich mich gut orientieren kann und viel Erfahrung in den Bergen und der Natur habe. In Städten irgendwo auf der Welt habe ich das nicht, aber komischerweise immer in der Natur, wenn es sehr einsam ist und die Besiedlungen recht weit auseinander sind, und da ist egal auf welchem Kontinent ich befinde auch in Oberbayern;-). Mich ärgert meine Angst öfters, weil ich mich dann gehemmt fühle und die Wege nicht genießen kann, habe aber das Gefühl je öfters ich mir dieser stelle, desto kleiner wird sie. Derzeit ist es immer wieder Überwindung und ich denke mir, es ist so befreiend, wenn ich alle Wege, die ich gehen möchte unabhängig von anderen Leuten machen kann. Kleines Innenleben meinerseits;-) Ich weiß nicht, wie es Dir grundsätzlich auf Wegen alleine geht, bzw. wieviel Kontakt Du möchtest. Ich war letztes Jahr auf Flitterwochen auf dem Franziskausweg und fand es sehr entspannend, dass wir zu zweit waren, weil ich den Weg recht einsam und weitläufig empfand mit langen Etappen, wo wir keine Menschen trafen. Ich wünsche Dir auf jeden Fall einen wunderbaren Weg und falls es noch Fragen gibt, einfach schreiben.
2015 Camino del Norte Irun - SdC
2016 Camino Primitivo Oviedo - Lugo
2016 Camino Portuges Porto - Tui
2017 Fränkischer Jakobsweg Lichtenfels - Nürnberg
2017 Flitterwochen auf dem Franziskusweg La Verna - Assisi
2018 Camino Frances Pamplona - Sarria

tsetse

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #13 am: März 03, 2018, 11:04:49 Vormittag »
Ich beneide alle diehier schreiben, die auch einsame Wege einfach alleine gehen, ohne viel Angst zu haben. Könnt ihr mal Tipps geben, wie auch das gelingt;-)? Ich habe irgendwie öfters so komische Urängste, dass etwas passiert, mich jemand überfällt, ich im Wald verscholle etc.

Ich kenne solche Urängste leider sehr gut. Vor Menschen, und dass sie mir was antun könnten, habe ich allerdings überhaupt keine Angst.
Aber im Wald habe ich immer mal wieder plötzlich so ein Empfinden, dass ich nicht alleine bin und dass ich nicht willkommen bin – von wem oder was auch immer. Die Angst lässt mir dann von einer Sekunde zur anderen die Haare zu Berge stehen. Die Ursache dafür kann ich nicht benennen.
Mein Mittel dagegen: ich bitte/befehle dem Erzengel Michael, mir gefälligst sofort mit seinem flammenden Schwert zur Seite zu stehen und seine großen Flügel schützend hinter mir auszubreiten.
Dann schau ich starr einen Meter vor mir auf den Boden (wer weiss, was ich links und rechts Schreckliches sehen könnte…) und laufe im Sturmschritt durch den Wald, so lange, bis die Angst vorbei ist, ebenso plötzlich und unerwartet, wie sie gekommen ist. Zum Abschluss bedanke ich mich beim Michael und lobe ihn dafür, dass er das mal wieder so gut hinbekommen hat. Und wenn ich ganz viel Glück habe, bin ich danach immer noch auf dem Weg und habe keine Abzweigung verpasst. 
               
Zum Ausgleich für diese Ängste gibt es Orte, bei denen ich mich, ebenfalls von einer Sekunde zur anderen, einfach nur wohl fühle. Es ist, als ob diese Orte auf mich gewartet hätten und sich freuen, dass ich da bin. Da setze ich mich dann gerne hin, staune, genieße, lebe.

Diese Zauberorte gibt es leider für mich seltener als die Angstorte. Beides finde ich nur, wenn ich alleine unterwegs bin. Und beides gehört für mich zum Pilgern dazu, ich kenns nicht anders.
Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der diese Ängste auch kennt und der es geschafft hat, sie zu überwinden? Ich würde mich freuen.

Allzeit buen camino
Christine


, die den Franziskusweg noch nicht kennt, aber in genau zwei Wochen im Flixbus nach Aosta sitzen wird, um die Via Francigena weiterzugehen :-)
Nach ca. 4.000 einsamen Pilgerkilometern werde ich zum allerersten Mal mit einem Pilgerfreund unterwegs sein. Und das beschert mir ganz neue Ängste… Was, wenn unsere Freundschaft drei Wochen gemeinsames Pilgern nicht übersteht…

Mario d'Abruzzo

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Re: Franziskusweg - als Frau alleine
« Antwort #14 am: März 03, 2018, 11:31:08 Vormittag »
Hi Christine,

Mein Mittel dagegen: ich bitte/befehle dem Erzengel Michael, mir gefälligst sofort mit seinem flammenden Schwert zur Seite zu stehen und seine großen Flügel schützend hinter mir auszubreiten.
[...]. Zum Abschluss bedanke ich mich beim Michael und lobe ihn dafür, dass er das mal wieder so gut hinbekommen hat.

Ich bin San Michele Arcangelo 2016 schon zweimal auf der Straße begegnet. Erst, noch in den Abruzzen,  hier, dann elf Tage später in Monte Sant'Angelo an seinem Feiertag, dem 29. September, so. Und natürlich in der Grottenkirche selbst (übrigens die identische Statue der beiden anderen Anlässe).

San Michele Arcangelo. Angela Seracchioli hat den Pilgerweg von Poggio Bustone nach Monte Sant'Angelo wiederentdeckt, wie zuvor den eigentlichen Franziskusweg. Und der Anstoß dazu geschah auf dem Camino Francés, bei Kälte, Nässe und Matsch. Da hatte sie eine Vision, dass nämlich Franz von Assisi neben ihr herlief und ihr wieder Mut und Kraft gab...

Mario
HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. Václav Hável
ZUVERSICHT Lieblingswort von Karl Kardinal Lehmann †