Autor Thema: via francigena im April  (Gelesen 1182 mal)

macloe

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via francigena im April
« am: Januar 15, 2018, 22:14:06 Nachmittag »
Hallo,
ich möchte am 26. März in Italien Teile des via francigena laufen. Da ich nur 11-12 Tage Zeit habe ist meine Frage, welche Route ihr auch angesichts der jahreszeit empfehlen könnt.
Momentan tendiere ich zum Abschnitt Siena - Rom, da ich denke, dass es für diese Jahreszeit am Geeignetsten erscheint. Was meint Ihr?

BonsaiJürgen

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Re: via francigena im April
« Antwort #1 am: Januar 16, 2018, 08:01:17 Vormittag »
ich laufe auch Siena - Rom aber zum ersten mal und im August kann dir also nicht wirklich helfen
Mann muss Gott für alles Danken, auch für einen Oberfranken
2015 Leon - Santiago-Bus Finesterre
2016 Porto -Santiago
Wer Rechtschreibfehler Findet der darf sie Behalten

donjojohannes

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Re: via francigena im April
« Antwort #2 am: Januar 16, 2018, 08:02:07 Vormittag »
ich denke, das ist eine gute Wahl. Begehbar werden auch die anderen Abschnitte südlich von Aosta auch sein. Selbst der Passo della Cisa kurz vor der Küste - mit 1000m der höchste Punkt zwischen Aosta und Rom - sollte um diese Jahreszeit keine unüberwindliche Hürde sein.

Aber Ende März/Anfang April ist die Gegend vor Rom sicher am weitesten im Frühling fortgeschritten.

Ein Grund um diese Jahreszeit durch die nördlich liegende Pianura Padana zu marschieren wäre, wenn Du planst, andere Teile der francigena im Sommer zu gehen. In dem Fall wäre der Vorteil einer Durchquerung der Reisfelder im Frühling, dass Du vermutlich noch ohne Blutsaugerplage durchkommst.


Also, Ultreia! Oder natürlich: "Avanti, Avanti!"

« Letzte Änderung: Januar 16, 2018, 08:09:40 Vormittag von donjojohannes »
Mein Jerusalemer Pilgertagebuch: www.4kmh.com

Pilger Franz

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Re: Via francigena im April
« Antwort #3 am: Januar 16, 2018, 10:17:34 Vormittag »
Zitat
Abschnitt Siena - Rom
Der liegt weit südlich vom Passo della Cisa. Bis auf den Anstieg nach Radicofani habe ich keine vergleichbaren in Erinnerung.

Ich war von Ende April bis Mitte Mai unterwegs und hatte die Führer von ROTHER und von STEIN dabei.
Von Siena nach Rom braucht man (in meinem Tempo :-)) ca. 14 Tage.
Bitte in der letzten Tagesetappe beachten: http://pilgerforum.de/forum/index.php/topic,17202.msg213955.html#msg213955

BC
Franz
2010-11 VP 2012 Freiburg-Le Puy 2013 CdN 2014 VT/CF Arles-Burgos 2015-16 VF Canterbury–Rom 2017 VL Vézelay-Orthez, Voie des Capitales (Bretagne) 2018 Ruta de la Lana, Nantes-Mirambeau

ಆಂಡ್ರಿಯಾ

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Re: Via francigena im April
« Antwort #4 am: Januar 16, 2018, 11:45:47 Vormittag »

Ich war von Ende April bis Mitte Mai unterwegs und hatte die Führer von ROTHER und von STEIN dabei.

In wenigen Tagen kommt ja auch der aktualisierte Outdoor-Führer raus. Den würde ich mir auf jeden Fall besorgen, auch weil der Rother 'hinten raus' - d. h. auf den Etappen vor Rom - deutlich an Qualität nachlässt.

Siena - Rom ist eine beliebte Strecke, weil man halt in zwei Wochen bequem in Rom ankommen kann. Wem Rom jetzt nicht so wichtig ist, dem würde ich andere Abschnitte empfehlen.

LG,
Andrea
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Re: via francigena im April
« Antwort #5 am: Januar 31, 2018, 11:25:18 Vormittag »
Hallo Andrea,

welchen Abschnitt würdest du denn stattdessen empfehlen, wenn man ca. 1 Woche Zeit hat?
Vielen Dank für jegliche Tipps!

Liebe Grüße
Ulrich

ಆಂಡ್ರಿಯಾ

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Re: via francigena im April
« Antwort #6 am: Januar 31, 2018, 19:18:21 Nachmittag »
Ulrich, ich würde empfehlen (just my two cents):

a) für Leute, die im Sommer losgehen, die die Berge mögen, und deren Herz vielleicht bei Bildern wie diesen ein kleines bisschen höher schlägt, ganz klar:

Aigle (bzw. bei Zeitmangel Saint Maurice oder Martigny) über den Großen Sankt Bernhard bis Aosta

Höhenangst ist hier übrigens keine Ausrede, für das Stück ab Martigny, das evtl. etwas kritisch sein könnte, gibt es eine Alternative. Für weitere Infos gerne nochmals bei mir nachfragen.

Meine Highlights: Eigentlich ist die ganze Strecke ein einziges Highlight. Aber wenn ich was nennen müsste: Die Ankunft und der Aufenthalt/die Übernachtung im Hospiz oben, die wunderschönen Wege entlang der Wasseradern beim Abstieg, die Gegend um den kleinen Ort Bard, wo ich mich fühlte wie mitten in "Herr der Ringe", die gastfreundlichen Menschen im Aostatal, die meist noch deutsch sprechen.

b) für Leute, die es flach mögen, die noch ein bisschen was von den Reisfeldern (die Meseta der VF) mitkriegen wollen, die keine oder wenige Touristen sehen wollen, die vielleicht im Frühling oder im Herbst losgehen oder die die Hitze lieben:

Vercelli bis Piacenza

Meine Highlights: Die Übernachtung im ehemaligen Kloster in Mortara, meine Lieblingsstadt Pavia, Transitum Padi (die Bootsfahrt über den Po mit Danilo Parisi).

c) für Leute, die nichts gegen moderate Höhenmeter haben (Apennin), die Biodiversität noch schätzen, die Wälder und Pässe nicht fürchten und die vielleicht am Meer ankommen möchten:

Fidenza bis Sarzana

Meine Highlights: Die Menschen und die Atmosphäre im "Basislager" Sivizzano (bevor's in die Berge reingeht), das Ostello und die Landschaft und die Ausblicke am Passo della Cisa. Und der Kontrast, das "ganz andere Italien" am Meer.

d) für Leute, die bei Namen wie "Lucca", "San Gimignano" und "Siena" ins Schwärmen kommen, die mit Touristenhorden umgehen können, die gemütlich (ohne große Höhenunterschiede) pilgern möchten, und die auch gegen etwas mehr Pilgergesellschaft nichts haben:

Lucca bis Siena

Meine Highlights: Lucca, San Gimignano und Siena :-), die Herbergen in Chianni und Abbadia Isola.

Ich bin von zuhause vom Bodensee losgelaufen, deshalb bin ich erst in Lausanne auf die VF getroffen. Aber schließlich gibt's ja auch noch die Möglichkeit, einfach "von vorne" anzufangen, nämlich in Canterbury, und sich langsam vorwärts zu tasten.

Oder über die neue Via Francisca über den Passo del Lucomagno dann in Pavia auf die VF einzubiegen.

LG,
Andrea
« Letzte Änderung: Februar 01, 2018, 07:22:56 Vormittag von ಆಂಡ್ರಿಯಾ »
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Re: via francigena im April
« Antwort #7 am: Februar 05, 2018, 17:17:15 Nachmittag »
Wow! Vielen Dank, Andrea für die vielen Tipps!
Werde ich mir mal in Ruhe anschauen...
LG, Ulrich

ಆಂಡ್ರಿಯಾ

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Re: Via francigena im April
« Antwort #8 am: März 02, 2018, 14:45:24 Nachmittag »

In wenigen Tagen kommt ja auch der aktualisierte Outdoor-Führer raus. Den würde ich mir auf jeden Fall besorgen, auch weil der Rother 'hinten raus' - d. h. auf den Etappen vor Rom - deutlich an Qualität nachlässt.

Ich hab grad erfahren, dass auch der Rother neu aufgelegt wird - wer bis Juli warten kann. Vielleicht werden ja die letzten Etappen vor Rom komplett überarbeitet. Dann wird's vermutlich schwierig, sich zwischen dem Outdoor und dem Rother zu entscheiden.

LG,
Andrea
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Re: Via francigena im April
« Antwort #9 am: März 05, 2018, 20:59:40 Nachmittag »
In wenigen Tagen kommt ja auch der aktualisierte Outdoor-Führer raus ...

Was für eine Freude, das neue Büchlein durchzustöbern! Was muss das für unglaubliche Mühen & Zeit gekostet haben, diese neue Auflage zusammenzustellen. Von der Erstauflage ist quasi nur noch das Grundgerüst geblieben. In den letzten Jahren hat sich auf der VF so wahnsinnig viel getan.

Wie schön für alle, die dieses Jahr losgehen, die haben jetzt wirklich ein Büchlein, das (fast) keine Wünsche offen lässt. Was mich am meisten beeindruckt hat, sind die vielen vielen sorgfältig recherchierten Unterkünfte. Pilgerherbergen, B&Bs, Hotels - für jeden etwas. Und auch die langen Etappen sind kein Thema mehr - eigentlich muss keiner mehr über 20 km gehen, wenn er das nicht will.

Leider war die Recherchewanderung wohl großteils im Jahr 2016 (lässt sich halt bei so einer umganfreichen Strecke nicht anders einrichten - die Autoren wollen ja auch nicht das ganze Jahr nur pilgern ;-)) - deshalb ist das eine oder andere schon wieder überholt.

Nur ein paar Ergänzungen, die ich für wichtig halte:

In Fidenza gibt es eine neue zentrale Herberge, das Ospitale San Donnino (es gibt also nicht nur die vier Betten in der Parrocchia).

In Campagnano di Roma muss keiner mehr in das Oratoria San Giovanni Battista ("mehrere Leser berichten über unhöflichen Empfang und mangelnde Sauberkeit" - yesss!!!), es gibt in der Via di Sant'Andrea ein neues Ostello.

In Sivizzano soll es in der Herberge nur Plätze auf dem Boden geben? Das hier ist ein Foto von der Herberge. Die ist sehr einfach (die Dusche nur was für Katzenwäsche) - aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man dort in der Zwischenzeit auf dem Boden schlafen muss. Falls doch, kann man auch im B&B sulla Strada am Ortseingang übernachten, dort ist es schön. Man sollte aber nicht vergessen, sich in der Kneipe im Ort fürs abendliche Pilgermenü anzumelden.

Irgendwo hier im Forum hat mal jemand berichtet, dass das Istituto Canossiane in Pavia keine Pilger mehr aufnimmt - deshalb habe ich es in letzter Zeit nicht mehr empfohlen. Ich freu mich total. dass das Kloster im Outdoor-Büchlein nun wieder aufgeführt ist, ich gehe also davon aus, dass man dort sehr wohl noch übernachten kann. Ich wurde dort (kurz vorm Hitzschlag ;-)) sehr herzlich aufgenommen und bekam ein kühles Einzelzimmer mit eigenem Bad (Achtung - Luxus! ;-)). Eine Spende nahm man nur nach längeren Diskussionen an.

Im Vorwort schreibt Ingrid Retterath, dass die VF auch rückwärts (also vorwärts nach Santiago) markiert ist, diese Markierungen müssten dann aber letztes Jahr angebracht worden sein. Ich selbst habe davon nichts gesehen. Ganz im Gegenteil - ohne GPS wäre ich verloren gewesen. Hat jemand in letzter Zeit tatsächlich Jakobsweg-Wegweiser in Richtung Santiago entdeckt?

Was ich immer noch nicht ganz verstehe, ist die Beschreibung der Wegalternative kurz vor Rom. Ist es tatsächlich so, dass es für das Stück an der Vierspurigen ohne Bürgersteig noch immer keine Alternative gibt? Auf Seite 272 schreibt sie: "Das ist nun das gefährlichste Teilstück der gesamten Via Francigena ..." Was ist mit dem Weg durch das Riserva Naturale dell'Insugherata?

Würde mich freuen, wenn hier endlich mal jemand Licht ins Dunkel bringen könnte ;-) Vielleicht jemand, der letztes Jahr vor Ort war.

LG,
Andrea
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tsetse

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Re: via francigena im April
« Antwort #10 am: März 05, 2018, 22:16:17 Nachmittag »
Ich hab den Outdoor seit Samstag und les ihn mit Begeisterung.
Andrea, die Via-Francigena-Profi, kannst Du mir bitte einen Rat geben: ich hab immer mal wieder in Blogs gelesen, dass es vereinzelt Unterkünfte ohne Betten gibt.
Was meinst Du, soll ich zur Sicherheit eine Isomatte mitnehmen, oder kann ich mir das Gewicht sparen?

ಆಂಡ್ರಿಯಾ

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Re: via francigena im April
« Antwort #11 am: März 05, 2018, 22:43:27 Nachmittag »
Was meinst Du, soll ich zur Sicherheit eine Isomatte mitnehmen, oder kann ich mir das Gewicht sparen?

Kannst du dir getrost sparen!

Ich hab zweimal auf der VF auf Matrazen geschlafen, aber nie auf dem Boden. Und selbst die Matrazen-Herbergen (z. B. die oben erwähnte Schmuddelherberge in Campagnano di Roma oder das Convento in Sarzana) musst du ja nicht nehmen. Wenn du auch mal bereit bist, ein paar Euro mehr auszugeben, sind ja überall genügend Alternativen geboten. B&Bs gibt's fast überall und die sind meist nicht teuer.

Eigentlich herrscht totales Überangebot an Unterkünften auf der VF. Da kann's höchstens mal eng werden, wenn große Gruppen unterwegs sind.

LG,
Andrea

P.S.: Fällt mir grad noch ein: In Santa Cristina e Bissone, da gibt's zu der Parocchia meines Wissens tatsächlich keine Alternative und da gibt's nur ein paar Matrazen. Da müsste man evtl. schauen, dass man die Etappen anders plant. Die Reisfelder-Etappen sind nicht so reich gesegnet mit B&Bs oder Hotels, weil es da kaum Touristen gibt. Die Großstädte wie Vercelli und Piacenza mal ausgenommen.

« Letzte Änderung: März 05, 2018, 23:20:32 Nachmittag von ಆಂಡ್ರಿಯಾ »
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Re: via francigena im April
« Antwort #12 am: März 05, 2018, 23:09:37 Nachmittag »
Prima, Andrea, lieben Dank für Deinen Rat!

ಆಂಡ್ರಿಯಾ

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Re: via francigena im April
« Antwort #13 am: März 06, 2018, 18:19:29 Nachmittag »
Noch eine kleine Korrektur/Frage:

Seite 185, die Pilgerherberge bei der Chiesa di San Caprasio in Aulla.

Diese Herberge haben wir hier schon oft gelobt, das ist eine richtige "Vorzeigeherberge", mit netten Freiwilligen, die einen mit Tee/Kaffee begrüßen, mit tollen sanitären Anlagen, einer Küche und einer wundervollen Dachterrasse, auf der ich unvergessliche Pilgerabende erlebt habe :-)

Und nein - die Schlafplätze sind NICHT auf dem Boden. Es sind zum Teil Stockbetten, zum Teil einzelne Betten.

Kann man auch hier auf den Bildern sehen. Würde mich wundern, wenn sich das geändert hätte ...?

War jemand letztes Jahr dort und kann berichten? Ich würd mich freuen.

LG,
Andrea
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Britta Monterotondo

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Re: via francigena im April
« Antwort #14 am: März 07, 2018, 14:06:57 Nachmittag »
Hallo,
ich möchte am 26. März in Italien Teile des via francigena laufen. Da ich nur 11-12 Tage Zeit habe ist meine Frage, welche Route ihr auch angesichts der jahreszeit empfehlen könnt.
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Hallo Macloe, falls du dich für die Strecke Siena-Rom entschieden hast, bedenke, dass es die Karwoche ist und in Rom die Hölle los (schön - aber über Ostern sehr voll, vor allem die Herbergen). Falls ihr Schwierigkeiten mit der Unterkunft habt, melde dich gerne rechtzeitig mit PN. Bin genau in der Zeit in unserem Haus kurz vor Rom (Monterotondo) und könnte ein Zimmer (kleiner U-Beitrag) anbieten.
LG Britta