Autor Thema: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche  (Gelesen 7692 mal)

Annalena44

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #105 am: Februar 11, 2018, 12:30:36 Nachmittag »
Als meine Kinder klein waren, kam es relativ häufig vor, dass Jugendliche irgendwann nichts mehr mit der Kirche zu tun haben wollten. Bei Familiengründung/der Geburt ihrer Kinder kamen sie dann zurück und nahmen wieder ihren Platz in der Gemeinde ein. Damals erklärte unser Pfarrer, an diesen Leuten habe er kein Interesse. Sie sollten doch bitte bleiben, wo der Pfeffer wächst.

Eine Weile war diese Ansicht in der Gemeinde relativ verbreitet. Man wolle nur Leute, die wirklich "richtig" dabei seien. Auf die anderen könne man gut verzichten. Heutzutage ist das nicht mehr ganz so einfach. Wer soll denn all die aufwändigen Kirchen und Gemeindezentren noch unterhalten, wenn die Mitgliederzahlen über eine bestimmte Grenze hinaus fallen?

Gerade die Woche habe ich wieder den Stoßseufzer "kein Mensch will mehr katholisch heiraten" gehört. Trauungen in unserer katholischen Gemeinde im letzten Jahr: Null. Offensichtlich besteht an der Kulisse Kirche auch kein überdimensionales Interesse mehr.

WM

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #106 am: Februar 11, 2018, 14:14:31 Nachmittag »
Da geht die evangelisch methodistische Kirche einen interessanten Weg. Mitglied kann nur werden, der als (fast) Erwachsener bewusst eintritt und sich zum Glauben und Gemeinde bekennt. Das bedeutet häufig, dass bei 100 Mitgliedern 70 - 120 im Gottesdienst sind, da noch viele Freunde dazu kommen.
Theologisch bewegen sie sich im Rahmen der evangelischen Kirche, aber mit teilweisen Näherungen zur katholischen Kirche in bestimmten Themen (aber weniger Abendmahl und Sakramente)

@ anonym
Bei uns nennen wir die Rosinenpicker" U-Boot-Christen. Sie tauchen an Ostern und Weihnachten auf und verschwinden dann wieder.
Schöner Verweis auf den Heiligen Geist. Das ist eine geistliche Dimension, die man gerne übersieht!

Grüßle Wolfgang
Solus Christus, sola scriptura, sola fide, sola gratia!

Annalena44

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #107 am: Februar 11, 2018, 14:41:33 Nachmittag »
Und sie finanzieren euch den Spaß.....

Andiamo

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #108 am: Februar 11, 2018, 14:54:45 Nachmittag »

[.......] Bei uns nennen wir die "Rosinenpicker" U-Boot-Christen. Sie tauchen an Ostern und Weihnachten auf und verschwinden dann wieder.

Grüßle Wolfgang

Nun ja, vielleicht ist so mancher "U-Boot-Christ", dessen Gottesdienstbesuche sich auf die Oster- und Weihnachtsfeiertage beschränken, christlicher als mancher Kirchenbesucher, der sonntag für Sonntag seinen Stammplatz in der Kirchenbank einnimmt und während der Woche, im alltäglichen Leben, alles das, was christliche Werte und christliches Verhalten einfordert, missachtet?

Wer gibt wem das Recht, über diese "U-Boot-Christen" zu urteilen?

Hierzu auch Matthäus 9, 9-13




« Letzte Änderung: Februar 11, 2018, 15:04:09 Nachmittag von Andiamo »
"There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy". (Hamlet, William Shakespeare)

WM

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #109 am: Februar 11, 2018, 16:25:26 Nachmittag »
Logisch sagt die Häufigkeit des Gottesdienstbesuches nicht unbedingt etwas über gelebte Christlichkeit aus. Passender wäre folgende Geschichte gewesen:
Lk 7, 36-50 (schade, ich konnte es nicht so schick verlinken)

Bei uns ist Christsein wesentlich mehr, als der sonntägliche Gottesdienst. Ein Christ sucht aufgrund seines Glaubens Kontakt zu anderen Gläubigen. Wir haben bei uns noch Hauskreise, Frauenkreis, Chor, Männerabende, Ausflüge, usw.
Es gibt so viele Anknüpfungspunkte zur Gemeinde. Wenn man folglich nur an hohen Feiertagen da ist, dann wird das Christsein eher als kulturelles Ereignis gelebt. Ist auch okay, aber Jesu Anspruch ist mehr.
Aber ich will niemandem den Glauben absprechen.

Grüßle Wolfgang
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Annalena44

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #110 am: Februar 11, 2018, 20:29:13 Nachmittag »
Hauskreise gab es hier bei uns auch. Da durften wir natürlich nicht mit dabei sein, weil ich in meiner katholischen Familie als Evangelin doch irgendwie zur Familie gehöre. Und wer mit mir befreundet war, durfte da auch mit seiner reinkatholischen Familie nicht rein. Weil doch Gläubige am besten nur mit anderen Gläubigen zu tun haben. Also keinesfalls mit Evangelen.

Der nächste Schritt war dann, in der Grundschule zu verlangen, dass reinkatholischen Kindern nicht zuzumuten sei, mit meinen heterokonfessionellen katholischen Kindern in eine Klasse zu gehen. Mit evangelischen Kindern in einer Klasse? Schon ok. Aber nicht mit meinen. Ich musste damals tatsächlich ein ernstes Wort mit unserem Schulleiter sprechen, der doch so gerne den Eltern ihre Wünsche erfüllte.

Alles natürlich nicht offen, sondern schön hinter vorgehaltener Hand. Meine Tochter nannte die Mitglieder dieser Hauskreise "die Scheinheiligen". Sie musste damals ihre beste Freundin aufgeben, weil deren Eltern wegen mir nicht mehr wollten, dass die beiden Mädchen zusammen trafen.

Begründung war damals u.a., dass die Kinder überhaupt nur in katholischen Gruppen unterwegs sein sollten, damit es später keinen Unfall bei der Partnerwahl geben würde. All diese Kinder haben ihren Eltern in der Pubertät dann kräftig eins gepfiffen.

Anonym

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #111 am: Februar 12, 2018, 00:23:11 Vormittag »
@ Annalena44: Das scheint ja eine Horror-Gemeinde und ein Horror-Ort zu sein, solche krassen Beispiele habe ich noch nie gehört, besonders das mit der Schule. Also daß man möglichst als Katholik keine ev. Frau heiraten sollte, kenne ich von meinem Opa, aber das war in den späten 20ern/30ern, Deine Kinder sind doch deutlich später geboren, das finde ich wirklich unmöglich, daß da noch solche Zustände herrschten.

Hauskreise gibt es bei uns auch, und Familienkreise. Im Familienkreis meiner Eltern (ich vermute, Mitte/Ende der 80er Jahre gegründet) und auch sonst in meiner Heimatgemeinde gibt es einige konfessionsverschiedene Ehen, aber außer daß die ev. Partner nicht zur Kommunion gingen, war da kein Unterschied zu merken, die waren ehrenamtlich aktiv, waren im Chor oder der Band, die Kinder (katholisch) waren Meßdiener und im Kinder- und Jugendchor und bei den Gruppenstunden dabei und im Ferienlager etc., das war total unproblematisch.

Das mit den Phasen, in denen man sich mehr oder weniger für die Kirche interessiert, ist glaube ich heute immer noch so (ist ja nicht nur bei der Kirche der Fall, daß man Kinder dahin mitnimmt, irgendwann rebellieren sie dann, und später stellen sie fest, ist doch nicht so schlecht...)
Wenn man nach so einer Abwesenheitsphase wieder zurückkommt, ist doch schön. Und der Pfarrer hat echt zu denen gesagt, die sollen bitte wegbleiben? Das ist wirklich bedenklich - wobei es für die Pfarrer und anderen Mitarbeiter schon anstrengend ist, wenn zu solchen Anlässen wie Erstkommunion die Leute sich nicht benehmen könnte, wenn der Lautstärkepegel vor dem Gottesdienst wie in einer Bahnhofshalle ist, wenn die Leute zwischendurch rausgehen, um eine zu rauchen oder im Gottesdienst Kaugummi kauen, wenn absurde Musikwünsche kommen oder so.

Zur Finanzierung: Wenn keine Leute mehr kommen, werden Kirchen geschlossen, das ist traurig und schmerzhaft, aber wahrscheinlich nicht zu ändern. Bei uns gibt es zusätzlich zur Kirchensteuer noch ein freiwilliges Kirchgeld, wo manche Leute noch ein bißchen, manche auch echt viel spenden, aber das ist natürlich trotzdem ein Tropfen auf dem heißen Stein.


@ Wolfgang und Andiamo: Ich kenne den Begriff "U-Boot-Christen" auch, und natürlich kann man nicht von außen sehen, wie deren Glaube wirklich aussieht (übrigens auch nicht bei Häufig-Gängern). Klar können die sich im Alltag christlicher verhalten als jemand, der immer da ist, aber ein Teil des Glaubens konstituiert sich eben auch über die Gemeinschaft und die Teilnahme an der Liturgie.
Die Aussage "Ich glaube an Gott, aber dafür brauche ich keine Kirche" funktioniert zumindest nach kath. Verständnis nur bedingt. Klar kann man Gott in der Natur und überall begegnen (ich glaube, dafür sind Pilgerwege das beste Beispiel - um mal wieder das eigentliche Thema einzustreuen ;-) ...) - aber es gibt diese 4 Eckpunkte, die grundlegend sind: Liturgie/Gebet, Verkündigung/Zeugnis, Diakonie/Nächstenliebe und Gemeinschaft, und wer da dann den Gottesdienstbesuch für unwichtig hält, dem ist halt ein wesentliches Element nicht so wichtig - aber auch hier hat natürlich jeder die Freiheit, selbst zu entscheiden.



Andiamo

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #112 am: Februar 12, 2018, 01:48:25 Vormittag »

[..........] aber ein Teil des Glaubens konstituiert sich eben auch über die Gemeinschaft und die Teilnahme an der Liturgie.
Die Aussage "Ich glaube an Gott, aber dafür brauche ich keine Kirche" funktioniert zumindest nach kath. Verständnis nur bedingt. Klar kann man Gott in der Natur und überall begegnen (ich glaube, dafür sind Pilgerwege das beste Beispiel - um mal wieder das eigentliche Thema einzustreuen ;-) ...) - aber es gibt diese 4 Eckpunkte, die grundlegend sind: Liturgie/Gebet, Verkündigung/Zeugnis, Diakonie/Nächstenliebe und Gemeinschaft, und wer da dann den Gottesdienstbesuch für unwichtig hält, dem ist halt ein wesentliches Element nicht so wichtig - aber auch hier hat natürlich jeder die Freiheit, selbst zu entscheiden.

Sehe ich auch so.


"There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy". (Hamlet, William Shakespeare)

Marcel17

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #113 am: Februar 12, 2018, 12:00:57 Nachmittag »
Nur als Ergänzung:
U-Boot-Christen haben vielleicht auch ihre Daseins-Berechtigung, zumindest verurteile ich sie nicht.
Passend ist hier meine ich, Matthäus 7, 1-5 : https://www.bibleserver.com/text/EU/Matth%C3%A4us7

Es können durchaus viele Gründe sein, die Christen am Besuch des Gottesdienstes hindern, oder diesen einschränken.
Gottesdienste sind wichtig und ich bin selbst schon am Sonntagmorgen 50 Km gefahren um einen Gottesdienst zu besuchen.
Manchmal sollte die Gemeinde das Ausbleiben der Gottesdienstbesucher auch mal hinterfragen.

@Andiamo, WM, Anonym: Ja, auch meine Meinung
Quid taces?

Annalena44

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #114 am: Februar 14, 2018, 09:45:55 Vormittag »
Um mal wieder auf das Thema zurückzukommen.

Das Pilgern verträgt sich mühelos mit der evangelischen Kirche. Aber die Pilger untereinander vertragen sich vielleicht nicht so? Für mich klingt aus dieser Diskussion irgendwie raus, dass Evangelen durchaus anwesend sein dürfen zwischen den Katholiken, solange sie sich so verhalten, dass sie einerseits gar nicht auffallen, andererseits aber nicht zur Kommunion gehen.

Den Eindruck hatte ich unterwegs tatsächlich auch öfter mal. Verdeckt dadurch, dass es auf dem Weg keine evangelische Kirche gibt. Man sich also als Gast rücksichtsvoll und auch durchaus zurückhaltend verhält. Wenn man sich dann kein Schild um den Hals hängt, kommt das Thema dieses Threads gar nicht auf. Sind doch auch viele Katholiken dort unterwegs, die niemals an einer Messe teilnehmen.

Anonym

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #115 am: Februar 14, 2018, 12:17:17 Nachmittag »
@ Annalena44: Ich war zwar noch nie auf einem Pilgerweg, aber ich sehe keinen wirklichen Grund, warum kath. und ev. Pilger sich unterwegs nicht vertragen sollten. Klar gibt es unterschiedliche Ansichten, aber das macht doch nichts. Ich finde, eine gute ökumenische Zusammenarbeit zeichnet sich auch dadurch aus, daß sie diese Unterschiede aushält.
Und rücksichtsvoll verhalten sollte man sich immer, egal, ob in der "eigenen" oder einer anderen Kirche - und als auswärtige Pilger sind wir da doch sowieso alle zu Gast...
Apropos: Weiß jemand, wie die Gepflogenheiten bzgl. Kleidung in der Kirche in Spanien und Portugal sind? Sind Pilger von der "Schultern-und-Knie-bedeckt"-Regel ausgenommen? Man läuft doch gerade im Hochsommer oft in Shorts und leichten Tops, aber sollte man sowas wie einen Wickelrock/Pareo/großen Schal zum schnellen Drüberziehen griffbereit haben?

WM

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #116 am: Februar 14, 2018, 13:49:18 Nachmittag »
@ anonym

Die Spanier am camino sind viel gewöhnt.
Wenn man etwas Knie sieht, dürfte es nicht wild sein. Mit ultrakurzen Shorts eher nicht. Ansonsten Jacke umbinden. Bei einem Spaghettiträger top würde ich vielleicht doch etwas über die Schulter legen. Respekt vor der eigenen Kultur freut jeden. Spanier sind da eher konservativ - kann ich aber auch nachvollziehen. Ein älterer konservativer Katholik könnte auch direkt werden.
So ist es auch mit evangelen auf dem Weg.
Die Kathedrale in Burgos ist sehr schön und ich habe sie mir gerne angeschaut. Auch wenn ich die Marienverehrung falsch finde, erkläre ich das erst jemand, wenn er es wissen will. Auftakt für mich war eine wunderschöne Seitenkapelle mit dem gekreuzigten Herrn in der Mitte - die wesentliche Gemeinsamkeit.

Grüßle Wolfgang
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Annalena44

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #117 am: Februar 14, 2018, 14:07:23 Nachmittag »
Tatsächlich kann ich mich an Kleidungsprobleme bezüglich der Kirchen nicht erinnern, obwohl ich im Prinzip in kurzen Hosen und ärmellosem Top unterwegs war. Allerdings war das wetter mehrfach so, dass ich eine Jacke drüber trug. Gottesdienste haben wir morgens oder abends besucht. Also nicht unterwegs, sondern immer umgezogen und frisch geduscht. Allzuviel Wechsel-Klamotten hat man aber nicht mit.

Insofern herrscht auf dem CF da eigentlich eine große Toleranz. Die Pilger sind unglaublich zahlreich. Und niemand erwartet von denen korrekte Kleidung. Nach meinem Eindruck wurde sowieso nichts seitens der dort schon länger Wohnenden gefordert. Nur immer wieder angeboten.

Zum Beispiel hatten wir uns einmal auf den Eingangsstufen eines verlassen scheinenden Hauses niedergelassen und dort unsere Brote ausgepackt. Irgendwann öffnete sich die Haustür, man begrüßte uns und bat uns auf die Terrasse hinter dem Haus, wo man Gartenmöbel für uns aufstellte und frischen Kaffee brachte.

Kritische Stimmen gab es nicht gegen Pilger, sondern nur reichlich unter Pilgern. Aber das muss man sich nicht anhören. Man sucht sich seine Weggefährten aus.

Was mich irritiert hat (gestört wäre ein zu großes Wort): dass man in Frankreich den Stempel in der Touriinfo bekam statt in der Kirche. Die in manchen Gegenden verschlossenen Kirchen. Und wenn man als Pilger Eintritt für eine Kirche bezahlen muss. Eine Spende wäre mir angemessener erschienen.

"Ausgeladen" wurde ich nie als Evangelin. Trug aber auch kein entsprechendes Schild um den Hals.

Mikado

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #118 am: Februar 15, 2018, 01:06:22 Vormittag »
Meine Meinung ist, dass man sich ein wenig an die Gepflogenheiten der Einheimischen orientieren soll, was die Bekleidung betrifft. Sie sollte einfach angemessen sein. Ich habe mich manchmal geschämt, wenn dann eine Kapelle offen war, die genutzt wurde, um seine Füße hochzulegen, zu essen, sich laut zu unterhalten und sogar zu telefonieren, das ist einfach respektlos. Mich hat es doch sehr gestört.
VIele Grüße
Petra

WM

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Re: Wie verträgt sich das Pilgern mit der ev. Kirche
« Antwort #119 am: Februar 15, 2018, 09:39:58 Vormittag »
Petra, da kann ich dir nur zustimmen.

Es ist ein Mindestmaß an Höflichkeit, auf die Gefühle der Einheimischen Rücksicht zu nehmen.

Zudem hat der Jakobsweg eine uralte katholische Geschichte. Wer dies missachtet sollte lieber woanders wandern. Wer null religiös ist oder sich lieber einer anderen Religion als dem Christentum hingibt, darf trotzdem soviel Respekt vor den örtlichen Gepflogenheiten haben. Einfache Regeln eines anständigen Gastes.

Grüßle Wolfgang
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