Umfrage

Wo starten: In SJPdP oder Somport ?

in Somport auf dem Camino Aragones
6 (20.7%)
in Pamplona
0 (0%)
in Saint-Jean-Pied-de-Port
10 (34.5%)
in Burgos
0 (0%)
andere Orte
2 (6.9%)
von der eigenen Haustüre aus
11 (37.9%)

Stimmen insgesamt: 29

Autor Thema: Umfrage, wo starten: In Saint-Jean-Pied-de-Port oder in Somport?  (Gelesen 1517 mal)

Mario d'Abruzzo

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Re: Umfrage, wo starten: In Saint-Jean-Pied-de-Port oder in Somport?
« Antwort #15 am: Februar 12, 2018, 00:49:37 Vormittag »
Spätestens vor den Pyrenäen solltest du dich dann entscheiden ob Somport oder SJPdP... :-)

Na ja, der Camino Baztanés wäre wirklich eine Alternative. 'Von der eigenen Haustüre aus' ist für den Start auf dem Camino Francés so logisch, wie die Alternative 'Von dem Kanzler*innen-Amt aus' oder Würselen.

:-)

Mario
« Letzte Änderung: Februar 12, 2018, 10:22:36 Vormittag von Mario d'Abruzzo »
HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. Václav Hável
ZUVERSICHT Lieblingswort von Karl Kardinal Lehmann †

Christoph Kühn

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Re: Umfrage, wo starten: In Saint-Jean-Pied-de-Port oder in Somport?
« Antwort #16 am: Februar 12, 2018, 02:24:18 Vormittag »
Ergänzend zu dem, was ich in dem von Sancho verlinkten Eintrag geschrieben habe, spielt sicherlich die unterschiedliche Entwicklung eine Rolle, welche die großen Hospitäler an den beiden Pyrenäenpässen, Santa Cristina und Roncesvalles, in der frühen Neuzeit genommen haben.

Das Hospital Santa Cristina unterhalb des Somportpasses hat in den Hugenottenkriegen einen Großteil seiner Besitzungen in Südwestfrankreich eingebüßt und damit seine Einkünfte verloren. Es musste 1569 vorübergehend geschlossen werden und konnte seinen Betrieb erst 1623 in reduzierter Form und für kurze Zeit wieder aufnehmen, als es dem Dominikanerkloster in Jaca inkorporiert worden war. Die Schließung der Pyrenäenpässe im Spanisch-französischen Krieg 1635 -1659 hat das Hospital Santa Cristina aufgrund der fortgefallenen wirtschaftlichen Grundlagen nicht überlebt. In einem Visitationsbericht aus dem Jahr 1661 wird mitgeteilt, dass die Hospitalgebäude ruinös und ungenutzt sind. Heute sieht man neben dem Weg nur noch die Grundmauern der später abgetragenen Bauten.

Ganz anders verhielt es sich mit Roncesvalles. Dort verfügten die Augustiner-Chorherren auch während des Krieges über genügend Ressourcen, um ihr Hospital weiterzuführen. Sie konnten 1660, nur ein Jahr nach Friedensschluss, ca. 25.000 Essensrationen an Pilger ausgeben. 1663 waren es dann sogar ca. 30.000 Essensrationen.

D. h., seit der frühen Neuzeit fehlte dem Somportpass die notwendige Infrastruktur, um größere Pilgermengen ausreichend versorgen zu können, während Roncesvalles im 17. Jahrhundert in der Lage war, den Pilgerverkehr an sich zu ziehen. Diese Vorrangstellung von Roncesvalles hat sich in den Grundzügen bis heute erhalten.

Viele Grüße

Christoph
« Letzte Änderung: Februar 12, 2018, 03:22:51 Vormittag von Christoph Kühn »
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pilger0815

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Re: Umfrage, wo starten: In Saint-Jean-Pied-de-Port oder in Somport?
« Antwort #17 am: Februar 13, 2018, 00:07:50 Vormittag »
Hinzu kommen die sich selbst erfüllenden Prophezeiungen in Form von einigen Führern, die wegen geringer Nachfrage auf die Beschreibung der Nebenroute vom Somport verzichten und dadurch die Kenntnis über diese und Pilgeranzahl weiter schwinden lassen.

Der Camino ist immer auch Veränderung und Henne oder Ei als Ursache irgendwann nur noch schwer zu bestimmen.
Die historisch wohl stärker genutzte Variante über Berdún nach Leire hat sich mit dem Stausee und Wegfall etlicher Orte am Weg zu einer extrem selten begangenen Route entwickelt. Dies geht wiederum mit den Führern einher, die sich inzwischen über die Nordvariante ausschweigen. Der Bau der Autobahn macht ein erneutes Erwachen des Weges momentan unwahrscheinlich. Auch im Süden des Yesa Stausees hat sich in den letzten 20 Jahren einiges verändert und wird sich in den nächsten Jahren auch noch einiges tun.

Vorteil bleibt: dieser Weg ist nicht menschenleer, aber auch nicht so stark genutzt wie der CF ab Saint Jean. Wer die komplette Strecke von zu Hause weitgehend allein gelaufen ist, bekommt daher nicht gleich einen Schock. Nebenbei kann man mit Lourdes eine weitere katholische Pilgerstätte besuchen, ohne extrem vom Hauptweg abzuweichen.