Autor Thema: Kosten der täglichen Verpflegung  (Gelesen 4758 mal)

Despacito

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 188
Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #60 am: Mai 10, 2018, 10:36:39 Vormittag »
Hallo O8/15, mich stört seit längerem die Diskussion über tägliche Kosten auf dem Camino.

#metoo👍

Mikado

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 266
    • Reiseberichte und vegetarische Rezepte
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #61 am: Mai 10, 2018, 10:56:18 Vormittag »
Geht es hier denn wirklich darum, nur billig den Weg zu gehen? Verstehe ich nicht. Aber mal nach den Kosten zu fragen, die Pilger so unterwegs ausgibt, das ist doch nicht tragisch. Versteh gerade die Aufregung nicht.
Buen Camino
Petra

Andiamo

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 669
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #62 am: Mai 10, 2018, 12:29:53 Nachmittag »
[.......] Aber Geiz ist geil, das stört mich doch sehr. [........]

Die immerwährende Geschichte.

Für Pilgerneulinge und insbesondere für Menschen mit schmalem Geldbeutel ist es sicherlich interessant zu erfahren, in welchem normal üblichen Kostenrahmen man sich bei einer so langen Wanderung bewegt.
So gesehen betrachte ich die hierauf abzielenden Fragen, gerichtet an informierte Jakobsweggänger, nicht nur als legitim sondern auch als vernünftig.

Leider Gottes dürfte aber auch bei manchem Fragesteller ausschließlich die Motivation sein, tunlichst einen ganz günstigen Urlaub zu verbringen (Fraktion der Geizistgeilanhänger).  Dies verursacht dann bei mir Missstimmung.

Mittlerweile scheint es bei einer bestimmten Clique zum Hobby geworden zu sein, mit  0-Euro in der Tasche auf südeuropäischen Jakobswegen unterwegs zu sein um auszutesten, wie weit man damit kommt. Man reist per pedes und per Anhalter, läßt sich einladen, schnorrt hier und schnorrt da und legt auch einfach einmal seinen Schirmmütze vor sich auf den Boden.

Diese Art des Billigurlaubs wird, weil es bisher funktioniert hat, von der 25-jährigen Tochter und dem zukünftigen Schwiegersohn meiner Nachbarn praktiziert.
Diese beiden jungen Leute sind nach abgeschlossenem Studium beide im Schuldienst, verdienen mithin gutes Geld. Beide aus gutem Haus, Eltern Akademiker und vermögend.

Selbstredend reisen beide in Begleitung ihrer Kreditkarten .... für alle Fälle.

Und die stolzen Eltern der jungen Frau - beide pensionierte ehemalige Schulleiter - sind stolz auf ihre "Kinder", dass diese doch soviel erleben und sehen .... und dann so preiswert.

Mir steigt da die Galle hoch.
"There are more things in heaven and earth, Horatio, than are dreamt of in your philosophy". (Hamlet, William Shakespeare)

NeuPilger

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 60
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #63 am: Mai 10, 2018, 17:12:20 Nachmittag »
Mein kurzes Statement:
 
Bin auch gerade auf dem überfüllten Camino Frances und nächtige ebenfalls in Einzelzimmern.
 
Ich genieße die Ruhe am Abend und das "für sich sein". Trotzdem habe ich bereis viele schöne Kontakte auf dem Weg geknüpft. Auch in den Pausen oder beim Abendessen.
 
Hallo Shannon-77,
 
so ähnlich sehe ich das auch.
 
Da ich laut schnarche, werde ich die ersten zwei Tage immer wieder von anderen Pilgern geweckt.  Das nervt und kostet Kraft. Und schlafen Kahn dann weder ich noch die Anderen. Daher bin ich aus Rücksicht mittlerweile auch in privaten Zimmern.
 
Da haben wir etwas gemeinsam. Auch mir sagt man sehr lautes schnarchen nach. Bestätigen kann ich dieses nicht da ich davon noch nie wach wurde ;-).
 
Kosten? Das liegt an jedem Pilger. Am besten in Donativo-Herbergen übernachten, sich verköstigen lassen und 5 Euro in die Donativo-Kasse werfen. Man gönnt sich ja sonst nichts!
mich stört seit längerem die Diskussion über tägliche Kosten auf dem Camino.
Portugal und Spanien sind beim Lebensunterhalt sehr günstig für unsere Verhältnisse in Deutschland.
Aber Geiz ist geil, das stört mich doch sehr. Auch Herbergen haben Kosten.
Hallo Klaus Gerd,
 
ich weiß zwar nicht welche Laus dir gerade über die Leber läuft aber wo wird hier bitteschön gefragt wie man den Camino am günstigsten bestreiten kann?
 
Oder anders gefragt wo ist hier von Geiz ist geil die Rede?
 
Ich hatte lediglich gefragt mit wie viel Geld man am Tag so in etwa kalkulieren sollte nicht mehr und nicht weniger.
 
Bezüglich der Preisdifferenz muss ich dir jedoch auch ein wenig widersprechen den wen ich mal so auf einem Buchungsportal für Unterkünfte schaue so unterscheiden sich die dortigen Preis kaum von den unsrigen. Auch hier bekommt man zum Teil nen Kaffee bereits für nen Euro oder ein belegtes Brötchen für 2 oder 3 Euro.
 
Man wird sich zwar relativ günstig auf dem Camino verköstigen können doch wenn ich hier die genanten Preise mal so direkt vergleiche sind die Unterschiede nicht so gravierend. Aber es geht hier ja auch gar nicht darum wie man am günstigsten den Weg bestreitet sondern lediglich um die kalkulierbaren Kosten.
 
Du solltest eventuell noch einmal den Eingangspost sowie die nachfolgenden Beiträge lesen bevor du von Geiz ist geil redest.
 
Klar, es wird zu genügend geben die eine solche Mentalität an den Tag legen doch alle direkt über einen Kamm scheren?
Wenn ich so denken und handeln würde hätte die Fragestellung ganz anders ausgesehen.
 
Geht es hier denn wirklich darum, nur billig den Weg zu gehen?
Hallo Petra,
 
bei einem gegenwärtig kalkulierten täglichen Tagesbudget von durchschnittlich etwa 80 Euro kann hier weder von günstig noch von billig die rede sein.
 
Meiner Meinung nach.
 
Aber mal nach den Kosten zu fragen, die Pilger so unterwegs ausgibt, das ist doch nicht tragisch. Versteh gerade die Aufregung nicht.
 
Ich denke das @Klaus Gerd eventuell schon zu viel erlebt hat und somit grundsätzlich, bei einer solchen Frage, davon ausgeht das man lediglich am günstigsten den Weg gehen will.
 
Das dieses so pauschal nicht ist, nun ja...
 
Die immerwährende Geschichte.
 
Hallo Andiamo,
 
aber etwas wahres ist ja schon dran. Nicht ohne Grund verschwinden die Donativo Herbergen nach und nach. Doch die direkte Pauschalisierung stört mich doch ein wenig.
 
Für Pilgerneulinge und insbesondere für Menschen mit schmalem Geldbeutel ist es sicherlich interessant zu erfahren, in welchem normal üblichen Kostenrahmen man sich bei einer so langen Wanderung bewegt.
 
Die Kostenfrage finde ich recht wichtig den man muss ja auch kalkulieren und somit für sich persönlich feststellen ob man sich diese und jene Unterkunft erlauben kann. Zudem sind die täglichen Kosten für die Verpflegung ja auch nicht zu vernachlässigen.
 
So gesehen betrachte ich die hierauf abzielenden Fragen, gerichtet an informierte Jakobsweggänger, nicht nur als legitim sondern auch als vernünftig.
 
So sehe ich das auch.
Es geht ja nicht darum den Weg am günstigsten zu gehen sondern darum den Weg kostentechnisch zu kalkulieren.
 
Nebenbei erwähnt, gemäß meiner gegenwärtigen Kalkulation wäre das Buchen einer Pauschalreise durchaus günstiger ;-).
 
Leider Gottes dürfte aber auch bei manchem Fragesteller ausschließlich die Motivation sein, tunlichst einen ganz günstigen Urlaub zu verbringen (Fraktion der Geizistgeilanhänger).  Dies verursacht dann bei mir Missstimmung.
Diese wird es sicherlich im Überfluss geben, nicht umsonst verschwinden nach und nach die Donativo Herbergen doch sind nicht alle gleich.
 
Persönlich sehe ich das so das ich für eine ordentliche Unterkunft auch gerne den Preis bezahle.
 
Wenn nun als Beispiel eine Herberge auf Donativo agiert und mir ein ordentliches Privatzimmer (Einzel- oder auch Doppelzimmer) anbieten würde so würde ich ohne mit der Wimper zu zucken auch etwa 25 oder 30 Euro geben.
 
Warum dieser Betrag?
Weil das in etwa der Kurs für ein Privatzimmer in Herbergen ist, zumindest laut dem gelben Reiseführer.
 
Die Verpflegung kommt dann selbstverständlich extra.
 
Also kann hier von Geiz ist geil wahrlich nicht die Rede sein. Ich habe so langsam auch das Gefühl das manche die Thematik des Pilgerns etwas überbewerten (bezogen auf wie man den Weg zu gehen hat oder wie man zu nächtigen hat) und eine kleine Wissenschaft draus machen wollen.
 
Aber gut, ein jeder geht seinen persönlichen Weg.
 
 
 
 
 
 

pilger0815

  • Global Moderator
  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3997
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #64 am: Mai 11, 2018, 14:53:32 Nachmittag »
a) Wenn ich mir einen Urlaub nicht leisten kann, dann sollte ich zu Hause bleiben. 

b) Portugal und Spanien sind beim Lebensunterhalt sehr günstig für unsere Verhältnisse in Deutschland.
Beides Jein!
Die üblichen Kosten sollte man vorher kennen! Da ist ein breitgestreutes Bild von Café @ 0,50-1,50€ oder Unterkunft pro Person von 5€ - 40€ vielleicht etwas verwirrend, aber aus meiner Sicht hilfreicher als die Pauschalisierung unter b).

Ich möchte niemanden zwingen, wegen schlechter Kassenlage zu Hause zu bleiben! Das gäbe einen Camino der Wohlhabenden, was ich nicht gut fände. Osteuropäer und Asiaten wären quasi ausgeschlossen. Schüler, Studenten, (zukünftige) Renter und Empfänger staatlicher Leistungen dürfen sich gern weiterhin auf den Weg machen, aber: In vielen Fällen findet sich für uns Mitteleuropäer eine Möglichkeit vorher zu sparen oder unterwegs sparsamer zu leben. Mittellos loszustolpern und trotzdem wie ein Fürst leben, lässt sich schwer realisieren und sollte nicht zur Erwartungshaltung werden.

b) Die Mehrbettunterkünfte in Portugal empfand ich als relativ teuer. Unter 10€ ging im Grunde nichts, 15-18€ war nicht so selten. Auf der anderen Seite gab es ein 4* Hotel mit Pool und gutem Frühstück zu 40€/Nacht und etliche Pensionen im Bereich 20~30€.
In der einzigen Donativounterkunft, in der ich in diesem Jahr nächtigte (Azambuja), gab ich 20€. Die portugiesischen Supermarkpreise liegen oft über denen in Spanien, trotz gleicher Betreiber und Produkte. Das "sagenumwobene" Mittagsmenü zu 5-6€ ist mir nicht begegnet. Ich war froh, wenn ich abends für 8-12€ etwas bekam.

TeddyGoesSantiago

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 290
  • "God give Rock n' Roll to you"
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #65 am: Mai 14, 2018, 09:55:54 Vormittag »
Moin 0815,
danke für die Infos über Portugal. Ich plane nächstes Jahr mit meiner Frau den Camino Porto-Santiago zu laufen.
Übrigens, mit den aktuellen gelben Pilgerführern kann man sich eigentlich selber gut ausrechnen, mit wieviel man auf dem jeweiligen Weg rechnen muss. Mir hat der für den CF sehr geholfen 😉

Üwrigens, ein kleiner 1€ Billigartikel kann gestressten Pilgern helfen, auch in einem großen Schlafsaal mit einem Battalion Schnarchern erholsamen Schlaf zu finden : Ohrstöpsel

Buen Camino
Camino Frances Mai-Juni 2017

Via2010

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1479
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #66 am: Mai 14, 2018, 09:59:08 Vormittag »
Hallo,

ich verstehe die zuletzt geäußerte Aufregung nicht. Primär geht es in diesem Thread doch um die Kosten der täglichen Verpflegung, nicht um die Kosten der Unterkunft (über die die Führer ja recht detailliert Auskunft geben) oder um Tips, wie man den Camino möglichst preisgünstig bestreiten kann.

Ein Spartipp "Geh  doch in Donativo-Herbergen" (im Sinne von "die sind umsonst") wurde hier nicht ausgesprochen. Im Gegenteil haben die meisten Schreiber betont, dass man diese übliche Kostenkalkulation auch für seinen "Donativo" zugrunde legen sollte. Wie sollte der Pilgerneuling wissen, welcher "Donativo" angemessen ist, wenn er die üblichen Preise nicht kennt?

So dient die ordnungsgemäße Information über die Kosten der Pilgerreise vielleicht auch dazu, Situationen zu vermeiden, in denen ich die Gastfreundschaft anderer ausnutzen müsste, weil mir aufgrund unzureichender Planung das Geld ausgegangen ist.

BC
Alexandra

BC
Alexandra

Mario d'Abruzzo

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4870
  • https://sutterer.eu
    • ::: cammino al dente :::
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #67 am: Mai 14, 2018, 10:24:04 Vormittag »
a) Wenn ich mir einen Urlaub nicht leisten kann, dann sollte ich zu Hause bleiben. 
[...]
Ich möchte niemanden zwingen, wegen schlechter Kassenlage zu Hause zu bleiben! Das gäbe einen Camino der Wohlhabenden, was ich nicht gut fände.

Also ich kann Klaus Gerd gut verstehen. Er hat es ja nun schon des Öfteren beschrieben, was morgens in der Donativo-Kasse liegt.

Für mich stellt sich allerdings die Frage, ob es den Donativo-Geizlingen nicht in 'sportlicher' Manie um die Ausnutzung der Gratis-Option geht. Und da verorte ich eher genau die Wohlhabenden...

Meine Lebenserfahrung hat jedesfalls in Bezug auf beispielweise Trinkgeld gezeigt, dass finanziell weniger gut dastehende eher ein gutes Trinkgeld geben und Wohlhabende definitiv nicht.

Mario
HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. Václav Hável
ZUVERSICHT Lieblingswort von Karl Kardinal Lehmann †

NeuPilger

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 60
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #68 am: Mai 14, 2018, 23:54:04 Nachmittag »
Also ich kann Klaus Gerd gut verstehen. Er hat es ja nun schon des Öfteren beschrieben, was morgens in der Donativo-Kasse liegt.
 
Ich kann die Aufregung nicht wirklich nachvollziehen.
 
Im Großen und Ganzen zwar schon aber nicht im Kontext zu diesem Thread. Da es hier nicht, auch wenn es öfters erwähnt wurde, um die Herbergen oder die Übernachtungen im Allgemeinen geht sondern in erster Linie um die Lebenserhaltungskosten auf dem Weg.
 
 
 
 
 
 

Mario d'Abruzzo

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4870
  • https://sutterer.eu
    • ::: cammino al dente :::
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #69 am: Mai 15, 2018, 00:07:16 Vormittag »
Also ich kann Klaus Gerd gut verstehen. Er hat es ja nun schon des Öfteren beschrieben, was morgens in der Donativo-Kasse liegt.
Ich kann die Aufregung nicht wirklich nachvollziehen.
[...] Da es hier nicht, auch wenn es öfters erwähnt wurde, um die Herbergen oder die Übernachtungen im Allgemeinen geht sondern in erster Linie um die Lebenserhaltungskosten auf dem Weg.

Der Erhalt des Lebens; ja, der ist beim Fernwandern entscheidend. Übrigens, Wandern in den Vogesen von Ferme Auberge zu Ferme Auberge, kostet als Halbpension 45,-€ Tag. Und die Portionen sind wirklich als Lebenserhaltend geeignet. Allerdings sind Menschen, die fünfmal am Tag einen Kaffee brauchen, im Wald fehl am Platz...

:-)

Mario
HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. Václav Hável
ZUVERSICHT Lieblingswort von Karl Kardinal Lehmann †

NeuPilger

  • Jr. Member
  • **
  • Beiträge: 60
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #70 am: Mai 15, 2018, 02:17:10 Vormittag »
Allerdings sind Menschen, die fünfmal am Tag einen Kaffee brauchen, im Wald fehl am Platz...
 
Genau wie deine, mittlerweile wahrlich nervenden, Kommentare.
Nichts für ungut ist aber so.
 
 
 
 
 
 
 
 

Mario d'Abruzzo

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 4870
  • https://sutterer.eu
    • ::: cammino al dente :::
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #71 am: Mai 15, 2018, 09:28:16 Vormittag »
Genau wie deine, mittlerweile wahrlich nervenden, Kommentare.

Oh, eine NeuMimose.

Mario
HOFFNUNG ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht. Václav Hável
ZUVERSICHT Lieblingswort von Karl Kardinal Lehmann †

Klaus Gerd

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 1151
  • El Acebo - Am Kreuz mit Blick nach Ponferada
Re: Kosten der täglichen Verpflegung
« Antwort #72 am: Mai 17, 2018, 21:48:30 Nachmittag »
Hallo NeuPilger, ich habe 10 Jahre als ehrenamtl. Hospitalero in verschiedenen Herbergen, immer Spendenherbergen der Kirche oder Stadtherbergen gearbeitet. Es waren unterschiedliche Erfahrungen, die ich hatte.
  Wenn 16 Pilger in der Herberge Santiago im Bergdorf El Acebo übernachten, am Abendessen und Frühstück teilnehmen und in der Donativokasse 80- 90 Euro liegen, dann deckt es gerade so die Kosten. Wie sollen dann neue Bettücher gekauft werden, Geschirr ersetzt werden, usw.,  usw.  Leider war ganz selten mehr in der Donativokasse.
In anderer Herberge in Salamanca, Casa la Calera, gab es zur Übernachtung ein Frühstück. Da war in der Kasse genau so viel Geld.
In einer großen Herberge mit 100 - 120 Gästen erlebt ich im Schnitt 500 Euro . Dort gab es nichts zum Essen, denn die Lokale und Geschäfte waren nicht  weit weg. Es gab in der Herberge zwei Kochfelder. Da war immer viel los.
So unterschiedliche Erfahrungen im Herbergsalltag erlebt ich in den Jahren 2006  bis 2016.
In Salamanca erlebte ich Obdachlose mit Pilgerausweis, die diese Herberge gerne nutzten, um sich zu duschen, gut versorgt zu werden.  Ich war im Oktober dort und es war schon ordentlich kalt, um draußen zu schlafen. Ich erinnere mich an eine Frau, die auch dazu gehörte. Sie lief in Strümpfen auf dem kalten Boden herum. Ich schenkte ihr ein Paar Hausschuhe, die eine dt. Pilgerin in der Herberge ließ. Sie war glücklich und auf einmal sehr freundlich. 
 In El Acebo erlebte ich Rumänen (Roma)-so stand es im Pass- die hatten einen trockenen Rücken, als sie mit dem Rucksack hereinkamen. Sie waren wohl nicht gewandert, sondern abgeliefert worden. Sie nahmen am Abendessen und Frühstück teil. Vor dem Haus stand am Morgen ein weiterer Mann, der auf sie wartete.
Es gibt auch einige arbeitlose junge Leute, die wenig Geld hatten und dankbar das Abendessen wahrnahmen. Ich überzeugte sogar diese jungen Spanier am Abwasch sich zu beteiligen, was etwas verwundert wahrgenommen wurde. Waren wohl nicht gewohnt, zu Hause abzuspülen. Wie gesagt, Ebbe in der Kasse.
Man macht viele verschiedene Erfahrungen, auch gute. Eine Gruppe Kanadier, begleitet von einem Span. Professor aus Barcelona, legten jeder 10 Euro in die Kasse, weil der Gruppenleiter das anordnete. <Ich könnte noch einige weitere Erfahrungen mitteilen, aber das geht zu weit.>
Ich traf ein dt. Ehepaar, das nur draußen schlief. Sie wollten mit wenig Geld den Weg nach Santiago.d.C. schaffen. Jeder wie er will.
Kosten für den täglichen Bedarf? Dies ist ein besonderes Kapitel. An die Un-Kosten von Donativo-Herbergen denken wahrscheinlich nur wenige. Leider!
Gruß! Klaus Gerd ( der seit 2017 nicht mehr ehrenamtl. als Hospitalero arbeitet, obwohl ihm viele herzliche Begegnungen in Erinnerung geblieben sind. )
« Letzte Änderung: Mai 18, 2018, 20:46:51 Nachmittag von Klaus Gerd »